Inklusionsfilm.

Itzhak Perlman hat die Kinderlähmung nicht unbeschadet überstanden. Die religiös betonte Behandlung des Defektes in Israel hat keine Wirkung gezeigt. Er ist mobilitätseingeschränkt und gleichzeitig ein hochbegabter Geigenspieler, er spielt von Klein auf.

Das Verehrungs- und Auf-den-Sockel-heb-Movie von Alison Chernick schildert sein glückliches Leben als erfolgreicher Geiger, Dirigent und Musiklehrer und als ein Beispiel gelungener Integration.

Perlman fährt mit seinem Scooter auf die Konzertbühnen, in die Studios, durch die Straßen von New York oder Tel Aviv.

Chernick darf Mäuschen spielen und dabei sein und filmen, oft, wenn Itzhak oder seine Frau kochen, wenn sie Familienfeste feiern, bei Proben, auf Tournee, bei Auftritten hinter der Bühne, im Studio, auf einer Reise nach Israel.

Hier unterscheidet sich Perlman allerdings vom berühmteren jüdischen Musiker Barenboim, der sich engagiert gegen die schief laufenden Entwicklungen zwischen Israel und Palästina.

Perlman wird von Netanjahu, dem völkerrechtsbrechenden israelischen Regierungschef geehrt und eingeladen. Dokumäuschen darf beim anschließenden Essen dabei sein. Schon vorher hat Perlman angekündigt, dass er nicht über Politik reden will. Das erinnert an Lothar Matthäus, auch er eine prominente Figur, der nach der Fußball-WM in Russland sich mit dem dortigen diktatorischen Machthaber ablichten lässt und ihm bedenkenlos Komplimente für die WM macht oder an die beiden deutschen Fußballer, die sich vor der WM mit dem skrupellosen Potentaten der Türkei zu dessen Propagandazwecken haben ablichten lassen.

So kann von dem Film gewiss nicht behauptet werden, er sei antisemitisch, eher wirkt er prosemitisch als ein Werbefilm für den Staat Israel – wobei das Wort prosemitisch keine Konjunktur hat; auch die Holocaust-Vergangenheit, das Leben von Perlmans Eltern im polnischen Ghetto, wird erwähnt.

Inklusion ist ein wichtiges Thema. Perlman ist in Israel aufgewachsen und wollte an die Julliard-School in New York. Aber da ist als Behinderter nicht daran zu denken. Mit 13 wird er in eine amerikanische Show eingeladen. Damit ist der Weg frei.

Von seiner Lehrerin an der berühmten Musikschule schwärmt er heute noch. Manchmal gibt er Statements zur Musik ab oder zum Spielen oder erzählt einen jüdischen Witz, manchmal bekommt er Besuch von anderen Künstlern oder er besucht einen Geigenbauer oder er zeigt, wo er früher mal gewohnt hat. Irgendwie tritt der Film auf der Stelle. Und nach fernsehtauglichen gut 90 Minuten hört er wieder auf.

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