Mission: Impossible – Fallout

Problemlösungsfilm.

„I am working on it“. Wir werden das schon erledigen. Das sind die Grundsätze, um unmögliche Missionen durchzuführen. Zum Beispiel, die Welt vor atomaren Terrorangriffen durch eine Bande namens „Apostel“ zu schützen.

Das Vorgehen von Agent Ethan Hunt (Tom Cruise mit einem Haar, das jünger wirkt als das Gesicht) ist im Sinne von überlegter Vorbildhaftigkeit. Immer wieder die Welt retten und dabei waghalsige Aktionen unternehmen. Aber auch ein Menschenleben hochzuschätzen und lieber einen Kollegen vorm Tod bewahren.

Das ist nicht unbedingt im Interesse der Mission. So dass die Agentur ihm Gegenspieler auf die Pelle rücken lässt. Das ist der übliche Mechanismus solcher Agentenfilme, damit auch eine anständige Spieldauer erreicht wird.

Die ist dick gespickt mit massivem Musikeinsatz, der jeder Szene ihre Wichtigkeit gibt. Diese stammt aber auch von der strengen Regie von Christopher McQuarrie, der das Drehbuch nach der Fernsehserie von Bruce Geller geschrieben hat.

Immer wieder wird in klassisch arrangierten, statuarischen Szenen und vor allem in leisem Ton die Lage gesprochen und was zu tun sei. Bis aus dem Nichtsheraus sich die Beratung in wilde Action verwandelt; auch diese immer im Sinne seriöser Handarbeit und unter möglichst unauffälligem Inerscheinungtreten der Computerpostpro – im Gegensatz zu den Marvelproduktionen. Auch das soll für Seriosität und Glaubwürdigkeit stehen.

Tom Cruise als Weltenretter, schon zum vierten oder fünften Mal – und die Welt ist nicht besser geworden. Eine Mission Impossible, um den amerikanischen Präsidenten Trump aus dem Weißen Haus zu jagen, wäre dringend angesagt. Wenn einer das schaffen kann, dann Cruise. Es wäre ein Versuch wert.

Tom Cruise ist der Agent, der unbedingtes Vertrauen in sein Tun wecken will. Der ganz kritisch sein Gegenüber mustert, leicht den Mund geöffnet hält und ab und an textlos den Unterkiefer etwas mahlt. Um im nächsten Moment hochkonzentriert aus einem Flugzeug zu springen und im freien Fallen den Kollegen, dem die Sauerstoffzufuhr kaputt gegangen ist, zu retten.

Die Handlung spielt in Belfast, Berlin (wegen dem stupid German Money!), Paris und London und bis hin nach Kaschmier.

Schön im Wechsel: Besprechungen und Action, plötzlich stehen sich mehrere Personen mit gezogener Schusswaffe gegenüber – und einen hat man übersehen; so dass sich die Spannung hochschraubt bis hin zu selbstmörderischen Aktionen, atemberaubenden Aktionen, Helikopterverfolgungsjagden, immer wieder Schießereien nach Schema F, aber prima gemacht, weil immer wieder noch eine Gruppierung auftaucht und noch eine verführerische Frau und noch einer plötzlich ein ganz anderer ist.

Und immer wieder kommt es zu ganz heiklen Begnungen, weil etwas übergeben werden soll, bester Standard, bis auch da urplötzlich die Schießerei und das Hit-and-Run beginnt. Oder der Schutz durch die Agentur (CIA oder MI6) kann nicht mehr garantiert werden oder die Mission wird unvermittelt als beendet erklärt.

Der Grundtenor ist die Beherrschung der Strategie und das umsichtige Reagieren, wenn nicht gerade eine halsbrecherische Verfolgungsjagd dazwischen und eine Falle kommt oder wieder in irgend einer Kellerräumlichkeit, sie lieben es unterirdisch, Pläne geschmiedet und Lagen analysiert werden müssen.

Chips und Implantate sind unentbehrliche Utensilien und Stoffe, die schnell einem Menschen injiziert werden können. Dazu Überwachungselemente und das Hereinplatzen in einen feierlichen Gottestdienst oder das Fassadenklettern zur Überraschung von Büropersonal, wilde Verfolgungsjagden mit kühnen Sprüngen über die Dächer von Londen, teilweise mit neuen Perspektiven.

Auch der Mechanismus, der altbekannte solcher Actionfilme, hat etwas Vertrauenerweckendes, so wie es offenbar auch die Mission von Tom Cruise ist und höflich ist er außerdem, er entschuldigt sich gerne.

Zweieinhalbstunden 3D ist allerdings etwas viel. Vor allem weil bei schneller Action und schnellem Schnitt immer wieder Figuren oder Gegenstände sich kurzfristig zweiteilen und ein Gewinn für den Sehgenuss nicht ersichtlich ist; womöglich sogar eine Minderung.

Die Inszenierung vergisst in keiner Sekunde – und der Ton auch nicht – dass es sich um eine ganz dringende und höchst bedeutende Mission handelt. Zur Beseitigung der letzten Zweifel: „We need people like you who care about lives“.

Es ist ein Massivkino mit spektakulären Aktionen und vielen bedeutungsvollen Besprechungen, das McQuarrie uns serviert.

Der Held ist einer, der sich entschuldigt und um das Wohl der Menschen besorgt ist, eine Art kinematographischer Gottvater (den langen Bart muss man sich denken), der um den Fortbestand der Menschheit besorgt ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.