Gewalt-Musik-Video als Votum für den Kampf der „Nigger“ (Begriff aus dem Abspannsong).

Und jetzt die Vorgeschichte nach Purge, Anarchy, Election Year.

Gerard McMuray (Regie) und James DeMonaco (Drehbuch) woll zeigen, wie der Purge-Gedanke auf Staten-Island schon mal experimentiert wurde. Wobei erstaunlich ist, dass er hier noch ganz krude formuliert wird. Eher hätte ich mir eine ausführlichere Exposition des Gedankens und des Problems, was die Pruge-Idee ist und bringen sollte, erwartet.

Vielleicht haben sich die Macher gedacht, dass sie das schon dreimal durchexerziert haben, dass an einem Tag im Jahr jeder ungestraft jedes Verbrechen verüben kann – am beliebtesten ist Mord – in der Absicht, dass die Leute ihre Aggressionen ausleben und den Rest des Jahres keine Verbrechen mehr begehen. Ein Ventil im Sinne der Verbesserung der Kriminalitätsrate im Lande.

Als nächstes könnte noch ein Film kommen, der die bisherigen Purges evaluiert, ob die Purge-Idee zu einem bessern Leben geführt hat.

Aus aktuellem Anlass (Trump) hat sich das vielleicht etwas gewandelt, wendet sich die Idee gegen den Rassismus der weißen Rasse; die Hauptverbrecher sind diesmal weiße Söldner, die den Purge unfair missbrauchen. Sie wollen mit den Schwarzen im Hochhausquartier „Park Hill Towers“ aufräumen wollen.

Insofern unterscheidet sich die Story von den vorhergehenden Filmen, in denen Individuen sich zuerst gegen den Purge absichern wollen, ihre Häuser und Wohnungen verbarrikadieren und wie es sich zeigt, dass es keine Sicherheit gibt und wie sie damit umgehen, das hat sich offenbar auserzählt.

Jetzt geht es den Filmemacherm darum, Schwarzen-Vitalität und Überlebenskampf auch künstlerisch vorzuführen mit hastiger Kamera, schnellen Schnitten, mit Aufmotzen der ästhetischen Qualitäten und des Musikscores und der Effekte; Herstellung eines Stimmungsbildes, wohinter die Story zurücktritt.

Die Story zeigt sich erst mit dem Aufmarsch der Miliz der weißen Söldner der NFFA. Zudem wird sie teils wie neutral aus der Position des News-Geschäftes mit seiner Sensationsperspektive berichtet; der übliche Horrorspannungsbogen interessiert die Macher weniger, als der Kampf der Schwarzen gegen weiße Söldner und somit gegen weiße Politiker. Insofern ein Agit-Prop-Film.

Die deutsche Synchro würde man am liebsten auch in den Purge schicken.

In einer einführenden Szene geht es um die psychiatrische Behandlung der Wut eines Schwarzen – wofür sich der Purge anbiete. Und selbstverständlich gibt die Purge-Idee auch den weißen Mann im weißen Haus frei.

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