Wenn Jack (Luke Benward) Deanna (Melissa McCarthy) heiraten würde (immerhin haben sie schon Sex in der Uni-Bibliothek gehabt), dann wäre Deannas Schwiegermutter Marcie (Julie Bowen) die Geliebte ihres Ex Dan (Matt Walsh) und ihr Ex würde zu ihrem künftigen Schwiegervater, der damit gleichzeitig zum Stiefvater ihres neues Mannes würde; sie selbst würde somit zur Schwiegertochter ihres Ex.

Scheidungen können kuriose Familienkonstellationen nach sich ziehen, die sich bestens für Komödien eignen.

Bei den McCarthys bleibt alles in der Familie, denn Melissa ist Produzentin, Autorin und Protagonistin dieses Filmes und ihr Mann Ben Falcone ist Co-Autor und Regisseur. Befruchtung von außen nicht mehr nötig. Denken die sich.

In der Tat gehen MaCarthy-Falcone die Exposition der Komödie mit der nötigen Dialektik an, die ihr ein gutes Sprungbrett verschafft; dass es dann ein brutaler Sprung ins Belanglose wird, ist vielleicht dieser mangelnden Befruchtung von außen zuzuschreiben.

Deanna und Dan verabschieden ihre Tochter Maddie (Molly Gordon) ins College. Den Abschied zelebriert Mama Deanna mit der McCarthyschen Herzlichkeit und Molligkeit und Mütterlichkeit, als gäbe es kein Wiedersehen, dabei ist das College vom Provinzörtchen, wo sie wohnen, gerade mal 40 Meilen entfernt.

Die Eltern wollen erst mal in Urlaub fahren nach Italien. Kaum ist jedoch das Töchterchen außer Sicht, hält Dan den Wagen an und offenbart seiner verdutzten Frau, dass er sich scheiden lassen möchte. Sie fällt aus allen Wolken. Das ist gut nachvollziehbar, so wie sie ihre Figur anlegt mit dieser Billig-Locken-Perücke und mit dem riesigen Kassengestell auf der Nase und dem Billig-Süß-Pulli nach dem Hausfrauenblättchen. Sie ist das Heimchen am Herd, das auf den eigenen College-Abschluss zugunsten von Mann und dem Kind, das unterwegs war, verzichtet hat.

Die kurze Exposition, die mit einem Establishing Shot über dem Wohnquartier der Familie beginnt, kommt schnell zu einem motivierenden Tiefpunkt, von dem aus Deanna sich aufrappelt, das ist ja die McCarthy-Message, sich nicht unterkriegen lässt, ihr Leben selber in die Hand nimmt.

Deanna will den Studienabschluss nachholen. Sie schreibt sich an der Decatur-University ein, da, wo ihre Tochter schon Studentin ist. Dort schreibt sie zwei dumme Tussenstudentinnen von arrogantem Jugendlichkeitswahn ins Drehbuch, die ihr blöd kommen und die später verhauen werden.

Sonst sind alles McCarthy-gläubige Jungschauspielerinnen, die ihr nicht Paroli bieten, die sie bedingungslos bewundern, die ihren keinen Widerstand leisten. So dass sie aus Verzweiflung zu unbeholfenen Gags greifen muss. Da macht sie ein Riesenfass an Performance auf, um bei ihrem ersten Referat zu versagen, allerdings nicht richtig krass und auch nicht so richtig nicht richtig.

Der Rest – was nicht gerade Party ist, wovon es unlustig reichlich gibt – ist an einer Hand abzählbar. Der Film wirkt so, als wolle er den Kopf vor der aufgewühlten Trump-Welt in den Sand stecken, als möchte er Placebo-Mutmacherchen von Mütterchen verteilen.

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