Gekonnt stehengeblieben.

So macht man einen Action-Film, will uns Steven Quale möglicherweise nach dem Buch von Richard Wenk und Luc Besson erzählen. So macht man Unterwasseraufnahmen von der Suche nach einem Goldschatz, den die Nazis 1944 in Paris geklaut und in Bosnien Herzegowina in einem Dorf versteckt haben.

Der Nazigoldschatz ist bei der Haupthandlung des Filmes, die 1995 spielt, allerdings mitsamt dem Dorf unter Wassermassen versunken. Wobei ein kleines Logikproblem auftaucht, denn die Überschwemmung ist ein Sabotageakt, auch der schnell ins Bild gesetzt, des Widerstandes gegen die Nazis in Jugoslawien.

Der Staudamm wird gesprengt, aber merkwürdigerweise fließt das Wasser nicht ab, sondern baut – ganz von sich aus? – einen neuen Stausee, unter dem das Dorf samt Schatz versinkt. Muss ja sein, weil sonst wäre es viel weniger interessant, Suche und Hebung des Schatzes zu verfilmen. Die passiert dann allerdings höchst tüftelig, richtig filmmäßig und dann doch nicht so richtig nachvollziehbar, wie die paar Protagonisten, US-Seals mit einer Frau zusammen, die den Tipp von ihrem Großvater hat, innert weniger Stunden total improvisiert den Schatz heben aus 40 Metern Tiefe in einer phyiskalisch mittels einer nicht richtig nachvollziehaberer Luftglocke, die mit der versunkenen Kirchenglocke und dem Kirchengewölbe zusammenhängt.

Und lange nachdem sie aufgetaucht sind unterm Unterwassergranatenhagel von Verfolgern, befinden sie sich endlich in der Dekompressionskammer. Irgendwie überrascht mich das, dass man erst auftaucht, dann einen Flug macht und erst Stunden später, wie es scheint, in die Dekompressionskammer geht. Man lernt nie aus.

So richtig klar wird nicht, was Besson dazu bewogen hat, das Buch zu schreiben und den Film zu produzieren. Was ihn daran fasziniert, eine merkwürdig verstaubte Soldatenkumpanei zu beschreiben, einen Colonel, der voll abgelutscht plumpe Sprüche loslässt, eine stereotype Liebesgeschichte reinzuschreiben, die bösen Jugos klischeehaft als finstere, düstere Gesellen zu charakterisieren und an der deutschen Synchro zu sparen, so dass diese den Klischee- und Stereotypieeindruck noch verstärkt.

Fantasterei über ein abgestandenes Motiv? Wer will sich so etwas anschauen – Leute, die in den 70ern stecken geblieben sind? Soll der Film vielleicht nur wegen dem DVD-Verkauf ins Kino gebracht werden, als flankierende Werbemaßnahme? Das ist so ein Film, wenn man mal kurz rausgeht während der Vorführung, so vermisst man so gar nichts, so wundert einen so gar nichts bei der Rückkehr in den Kinosaal, so überrascht einen so gar nichts.

Aufgemotzte und musikalisch massiv zubetonierte Action mit wenig phyiskalischer Glaubwürdigkeit.

Besson scheint vollkommen uninspiriert ans Werk gegangen zu sein. Oder er hat, weil die Möglichkeit gegeben ist mit seinem Namen, diverse Fördertöpfe gemolken. Garantiert keine Herzensangelegehnheit. „Einen feuchten Furz wissen Sie.“ „Bitte fangen Sie jetzt nicht an, mit Ihren mickrigen Dödels rumzuwedeln“.

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