Der Titel könnte zu Missverständnissen führen, insofern er eine Romantic Comedy, einen Liebesfilm, eine Romanze, einen Spielfilm vermuten lässt.
Und selbst, wem der Name Cecil Beaton noch ein Begriff sein sollte, muss nicht zwingend vermuten, dass es sich bei diesem Film von Lisa Immordino Vreeland um eine Dokumentation handelt im heute gängigen Mix aus Archivmaterial und nachgedrehten Statements der üblichen Experten wie Kunsthändler, Biographen, Verleger, Photographen, Archivare und Kuratoren bis hin zum Butler, wobei im Archivmaterial auch Ausschnitte aus Interviews zu Lebzeiten des Protagonisten zu sehen sind.
Vor allem Fotos. Cecil war ein Vogue-Fotgraf, ein Gesellschaftsfotograf. So mutet denn der Film auch weitgehend mehr wie eine filmische Vogue oder eine filmische Klatschspalte an denn wie Kino – mit ungeheuren Mengen an Name- und Fotodropping von Prominenz aus den Zeiten der Roaring Twenties bis in die frühen Siebziger hinein, Fotos aus Hollywood und dem Britischen Königshaus, von berühmten Malern.
Durchgehendes Need im Leben von Cecil Beaton scheinen zwei Dinge gewesen zu sein, zum einen das Begehren zur Upper Class zu gehören, da mindestens als Fotograf dabei zu sein (wobei die Queen ihn zum Ritter schlagen wird) und zum anderen diese Faszination von Schönheit und Ästhetik und dieser unendliche Hunger, sie immer neu zu entdecken und zu beschreiben oder fotografisch festzuhalten, das ging hin bis zur Ausstattung von Hollywood-Filmen wie „Gigi“ (hier taucht er sogar – uncredited – als Gentleman im Park als Darsteller auf) oder „My Fair Lady“ und mit einer ganzen Reihe weiterer Filme, in denen er als Costume-Designer firmiert.
Lisa Immordino Vreeland wühlt sich hastig und atemlos durch das immense Fotomaterial, was Cecil hinterlassen hat, die Tagebücher, es kommt sein Snobismus und Narzissmus (Selbstporträts) und sein im Grunde genommen unglückliches Liebesleben zur Sprache, dass er sich offenbar immer in die falschen Typen verliebt hat, sein Verhältnis zu Greta Garbo und das zu seinem Kater, das zu seinen Häusern und dass er die Mutter bei sich aufgenommen habe nach dem Tod des Vaters, der wohl aus Kummer über den Selbstmord des Bruders eingetreten ist und der das Geschäft des Vaters hätte übernehmen sollen, aber auch von den rauschenden Festen, die er in seinem ersten (gemieteten) Haus, den Fêtes Champêtre, veranstaltete.
Cecil Beaton hätte eine flippigere, unkonventionellere Doku verdient.