Elias und das kleine Rettungsboot

Unterm Nordlicht.

Wenn das Nordlicht in Norwegen nicht mehr tut, dann stimmt etwas nicht, dann wird verbotenerweise in der stalaktitenbewehrten Schaurigen Höhle das Norwegium abgebaut, ein elektromagnetisch strahlendes Material und sehr begehrt.

Bei einem heraufziehenden Sturm bleibt dort am Höhleneingang der Frachter Waghals hängen und da Gustav, das Rettungsboot der Großen Hafenstadt, nicht einsatzfähig ist, macht sich der Protagonist dieses großartigen norwegischen Animationsfilmes von Simen Alsvik, Elias, das kleine Rettungsboot, todesmutig auf, um Gustav aus der Klemme zu helfen.

Das gelingt mit Hilfe von Heli Hellen. Elias wird zum Helden in den Social Medien und in der Großen Hafenstadt und die stolze Fähre Kristina bietet Elias dort einen Job an.

Durch die Heldentat wird Elias aus seinem beschaulichen Leben mit seinen Freunden in der Behaglichen Bucht herausgerissen und macht leidige Erfahrungen, die Menschen in solchen Situationen erleben: Undankbarkeit, Überforderung, Pflichtverletzung, Entlassung, Arbeitslosigkeit und Sinnlosigkeit des Lebens, Entfremdung von den alten Freunden.

Sein Leben bekommt er wieder in Griff, nachdem er hinter das Geheimnis der Fahrten von Waghals und seinen finsteren Begleitbooten gekommen ist und seinen ehemaligen Freund überzeugen kann, ihn zu stellen. So kann in der Behaglichen Bucht das Polarlichterfest gefeiert werden samt Polarlicht und mit ausgelassen Bootsrumsausereien.

Die Filmemacher dürften sich von der Reihe Cars inspiriert haben lassen. Dort findet die Animation in den Chassis der Autos statt. Hier haben sie den Schiffen minonhafte Köpfe wie kleine Kabinen aufgesetzt und bei Elias wirken die seitlich angebrachten Rettungsringe wie Ohren.

Die Figuren finden durch diese Gesichter, ihre Namen und auch dank der erstklassigen deutschen Synchronisation zu persönlichem Charakter und statt, wie die Amis es gerne machen, ein Feuerwerk an Gags abzuschießen, konzentrieren sich die Macher auf raffinierte Bewegungstudien von Booten in einem süperb animierten Wasser und Wellen und Gischt und Beinahkollisionen wie in einem Actionfilm, alles prima nachvollziehbar, so dass der Fokus derart auf die Bilder und die Geschichte gelenkt wird, dass ich überhaupt nicht auf die Tonspur geachtet habe.

Originelle und charmante Figuren sind auch die Boje, die Möwen (die am liebsten pointensicher kacken) und der weise Leuchtturm, der von einer Art Achterbahn umgeben ist wie von einer Stacheldrahtrolle.

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