Es gibt nur einen Sternenhimmel.

Über diesen einen und einzigen Sternenhimmel wollte Kawe Vakil (Konzept und Schnitt) einen Dokumentarfilm machen.

Nur diesen einen Sternenhimmel in einem Film zu zeigen, befürchtete er wohl, könnte bald fad werden, da es ja – und das wird im Film mehrfach betont – eben nur diesen einen Sternenhimmel gibt; und keinen anderen.

Wobei Sommercamper nächtens sehr wohl stundenlang unterm Sternenhimmel liegen und über das Universum, Gott, die Welt und den Menschen schlechthin philosophieren können. Diesen einen denkanregenden Himmel als solchen in seiner ganzen Erhabenheit und Unerschütterlichkeit in einem Film zu präsentieren, das hat sich Vakil dann wohl doch nicht getraut.

Es scheint, dass er von einer kosmisch-kosmologischen Entfremdung des modernen Kinogängers – und mehr noch: Fernsehzuschauers ausgeht, der die Ruhe und Musse zum Schauen nicht mehr hat.

So betraute er, um Dramaturgie und Text in den Film hineinzuwirken, Mathias von der Heide und Uli Veith damit, dem Film Struktur und Abwechslung zu verleihen. Die haben mit dafür gesorgt, dass aus dem Film ein Produkt modernen Schwarmintelligenz-Verzopf-Dokumentarismus geworden ist mit Drehorten an verschiedenen Enden der Welt, an denen Astrofotografen auf den Zeitraffer gegen den Nachthimmel drücken.

Viel Beifang mit wenig Sternenhimmel drängelt sich um die Himmelsbilder. Wie die Fotografen an ihre Arbeitsorte fahren, mit Camperbus durch Indonesien oder mit dem Jeep in Richtung Nordlicht. Wie die Fotografen ihre Kameras aufstellen oder wie sie mit speziellen Teleskopen uniformierten Schulkindern in Indonesien das Phänomen der Gerhana Matahari total, der Sonnenfinsternis erklären; der Gromo-Vulkan, der Polarkreis, indonesische Teepflücker, Pinnacles, Petroglyphen, Salzseen, Höhlenmalereien, Radioteleskope in der Atacama-Wüste, die sich rhythmisch drehen und jede Menge Drohnenflüge über die weltabgeschiedenen Wirkgebiete der Astrofotografen sowie der Lichtmüll der Industriewelt.

Rufus Beck liest mit Märchenonkelstimme Informationen zu den Bildern und gelegentlich auch Legenden und Mythen von Ureinwohnern aus Australien, Alaska oder Chile.

Die Machart des Filmes lässt bei aller Faszination durch großartige Sternenhimmelbilder eher auf Zweifel an der Größe des Universums deuten; aber auch das Universum ist ja nur endlich, haben wir eben gehört.

Von einer ganz eigenen Faszination sind die Dunkelsternbilder: Lama in Chile und Emu in Australien.

2 Antworten zu “Sternenjäger – Abenteuer Nachthimmel”
  1. Seelenkind sagt:

    Ich fand den Film ganz wundervoll und kann diese blöde Kritik nicht verstehen- aber es gibt wohl Leute, die haben an allem was auszusetzen!!!!

  2. Stefe sagt:

    Hallo Seelenkind, vielen Dank für Ihr Feedback. Das freut mich, dass Ihnen der Film gefallen hat, und da werden Sie auch nicht der einzige Zuschauer sein.

    Ihre Behauptung, stefe würde alles blöd finden, ist allerdings voreilig.
    Lesen Sie ein paar meiner Reviews
    Deine Juliet
    Sauerkrautkoma
    Clash (der ist aktuell, weil eben die DVD erschienen ist)
    Destination Wedding
    Überleben in Neukölln (ebenfalls topaktuell wegen DVD)
    Zuhause ist es am schönsten
    und die sind alle aktuell.

    Es gehört zum Kritikertum, zu unterscheiden und nicht nur Filme total blöd oder total super zu finden.

    Bei den Sternenjägern ist das Fazit meiner Einwände, dass aus diesem erhabenen Thema ein deutlich größerer Film hätte gemacht werden können, der dann auch für deutlich mehr Besucher attraktiv geworden wäre.

    Viel Spaß beim Lesen der Reviews!
    stefe

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