The King – Mit Elvis durch Amerika

Fameploitation.

Mit dem Rolls Royce von Elvis Presley seinen Lebensweg chronologisch im Heute abgefahren und dabei der Frage nach dem American Dream nachgegangen, von dem Presley eine Verkörperung war.

Das war in den 50er Jahren noch möglich. Von der einfachen Siedlung am Rande eines Schwarzenviertels in Tupelo Mississippi im Süden der USA über eine Backsteinsozialwohnung, Vater im Parchmon-Gefängnis wegen Betrugs, und bald schon der raketenhafte Aufstieg in den Musikhimmel.

Er habe als Weißer den Schwarzen die Musik geklaut, meint ein Kritiker, aber sein Produzent hat genau das gesucht. Die Zeit war reif dafür. Dann hat das Militär ihn requiriert nach Bad Nauheim. Nach seiner Rückkehr geht die Karriere weiter.

Hollywood sperrt ihn zehn Jahre in einen goldenen Käfig mit schwachen Filmen. Dann befreit er sich, tritt in Las Vegas auf. Er sei immer hinter dem Geld her gerannt, wer mehr bezahlt hat, der habe den Zuschlag bekommen.

Die Probleme mit dem Verdauen des Ruhms (Die Falle des Ruhms). Der leichte Zugriff zu Medikamenten. Selbstzerstörerischer Medikamentenmissbrauch, der zu seinem frühen Tod mit 42 Jahren führt.

Die Methode von Eugen Jarecki (Freakonomics), der mit Christopher St. John auch das Drehbuch geschrieben hat, ist die: er und sein Filmteam fährt mit dem Rolls Royce durch die USA auf den Spuren von Elvis. Er filmt auch das Auto, die Kamereinrichtungen, Reparaturen oder wie der Rolls auf dem Abschleppwagen gefahren wird.

Jarecki lädt sich überall Gäste in die Nobelkarosse, berühmte, weniger berühmte, nicht berühmte, andere Musiker. Die lässt er singen und reden. Er versteht diesen Trip als ein Trip auch durch die Geschichte Amerikas, er will viel in seinem Film packen, Beatles und Vietnam, Muhammed Ali, Kennedy und Trump, er will damit heutig sein, zum Heute aufschließen, aber je mehr er das tut, je mehr Trump er in den Film packt, desto gestriger wirkt der Film.

Umso mehr als auch die üblichen verdächtigen Promiwindschattengewächse (Schulfreund, Freundin und Biograph) vorkommen und die Housekeeperin von damals noch heute erschüttert davon erzählen kann, wie sie den toten Elvis im Bad gefunden hat.

Jarecki versucht furios zu sein mit einem Feuerwerk an Schnittkunst, alles ineinander und nur wenige Sekunden pro Bild, von den Gästen, aus den Archiven, Statements und Zeitgeschichte. So bleibt denn offen, ob dieses Portrait auch nur ansatzweise dem Phänomen Elvis gerecht wird. Das ist eine Technik, die allerdings zusehends ermüdet. Und warum haben NDR und BR mitproduziert?

Blues entsteht, wenn ein guter Mann sich schlecht fühlt.
Blues + Gospel = Soul.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.