Flunkerfamilie.

Der zehnjährige Matti (Mikke Emil Rasch) und sein 5 Jahre alter Wonnepfropfen von Bruder, Sami (Sami (Nick Holaschke) sind Buben, denen wunderbar zuzuschauen ist, sie spielen mit großer Natürlichkeit.

Sie sind die Kinder von Mutter Annette (Sabine Timoteo) und Vater Sulo (Tommi Korpela). Der Vater ist Finne. Die Familie wohnt in Deutschland. Der Vater ist Busfahrer und in seiner Freizeit tüftelt er an technischem Kram. Die Mutter arbeitet auch. Vater hat wenig Zeit für die Kinder.

Onkel Kurt (Roy Peter Link) bringt die Kinder ab und an mit seiner Taxe zur Schule oder holt sie ab. Eine bunte Familie. Matti ist ein Träumer. Sein Zimmer ist als kleines Weltall dekoriert.

Der finnische Teil der Familie, es gibt noch den Onkel Jussi (Eero Milonoff) und Tane Marja (Eeva Solvio) in Finnland, hat ein gewisses Problem mit der Wahrheit. Das kränkt Matti, wenn er dahinter kommt, dass die Erwachsenen lügen.

Das erste Problem stellt ein Aprilscherz in der Zeitung dar, im Teich würde ein Delfin ausgesetzt. Mit klarer Gegenreaktion antwortet Matti auf die Offenbarung, dass die Eltern gar kein Geld für das Wohl der Delfine gespendet hätten (der kleine Sami lernt dabei, was „spenden“ bedeutet).

Zur heftigsten Gegenreaktion führt die Flunkerei des Vaters, er habe einen gutbezahlten Job in der Schweiz und sie würden dorthin in ein schönes Haus ziehen, so dass Matti das sofort zum Thema eines exzellenten und ebenso vorgetragenen Aufsatzes macht. Alles erfunden, erstunken, erlogen vom Vater.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Auch Matti hat das Gen im Blut, setzt es gewieft ein, so dass die Familie im Glauben, ein Haus in Finnland gewonnen zu haben, die Zelte in Hamburg abbricht und nach Finnland fährt und dann plötzlich ohne irgendwas dasteht.

Glücksspielern ist das Glück auch gewogen, so dass der Film ein gutes Ende nehmen kann.

Stefan Westerwelle hat die heiter-bezaubernde Regie geführt und mit Dr. Ingo Schuenemann das Drehbuch nach dem Buch von Salah Naoura geschrieben. Es ist eine freundliche, helle, bunte Welt ohne Aggressivität oder Boshaftigkeit. Es ist eine Welt, in der die Träume und Wünsche der Menschen ihren eigenen Weg gehen, der zu Problemen führt, der sie aber auch wieder daraus herausführt.

Westerwelle hat einen sowohl entzückenden als auch überzeugenden Cast zusammengestellt, dem das Spielen sichtlich Freude macht. Betörende finnische Sommerbilder gibt es dazu. Der filmhübsche Matti ist der Ich-Erzähler der Story; er hat den dicken Schulfreund Turo (Bendix Hansen), der auch eine Verbindung zu Finnland hat. Und der Mensch ist wohl von klein an ein Widerspruchswesen.

2 Antworten zu “Matti & Sami und die drei größten Fehler des Universums”
  1. Salah Naoura sagt:

    Falsch, ich habe nicht am Drehbuch mitgeschrieben. Die Drehbuchautoren von MATTI UND SAMI sind Stefan Westerwelle und Dr. Ingo Schuenemann. Viele Grüße, Salah Naoura

  2. Stefe sagt:

    Oh, Verzeihung, Salah Naoura, für die Ungenauigkeit. Das habe ich soeben im Text ausgebessert, falls jemand den Kommentar nicht liest. Andererseits muss man offenbar ab und an Fehler machen, um zu erfahren, welche illustre Leser man hat! Ich hatte einer Fennistin von dem Film erzählt und die hat ganz begeistert reagiert, weil sie Ihr Buch kennt und Sie ihr ein Begriff sind. Danke für das Feedback!

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