Die Inselgruppe der Hebriden bringt eigenwillige Menschen hervor, nicht so wie die Sch’tis in Nordfrankreich, aber eigenbrödlerische, autonome und auch sture Inselmenschen, speziell auf der Isle of Levis.

Sie sprechen Gälisch. Die Männer tragen Schottenrock, haben ein starkes Bewusstsein für ihre Eier und für Whisky. So vereinzelt sie wohnen, können sie im kleinen Kreis hartnäckig und unversöhnlich Feindschaften pflegen, so wie Protagonist Rory (Brian Cox, mit einem Hang zu Theatralität) mit seinem Altersgenossen Campbell.

Beide stehen mit stark verhärteten Lebern nicht zu weit vom Grab entfernt. Die Feindschaft geht soweit, dass Rory den Rat seines Arztes annimmt und sich in Amerika behandeln lassen wird. Er hat dort einen Sohn, Ian (JJ Field), den er seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat.

Ian lebt mit seiner amerikanischen Frau Emily (Thora Birch) in San Francisco. Sie pflegen ein hochmodern-angepasstes Familienleben, finanziell unterstützt vom schwerreichen Vater von Emily. Eine schicke Wohnung in einem gläsernen Hochhaus mit Haushaltshilfe Frida (Sandra Santiago) und dem Säugling, dem Enkel von Rory. Ian ist Molekularkoch und Emily hat sich selbständig gemacht, eine emanzipierte Mutter.

Hier kommt es zum absehbaren Culture Clash zwischen dem sturen Hebridenmenschen und der Flüsterzivilisation der SanFrancisco-Hipstergeneration (mit Kaffetabs und exakter Entwicklungsplanung im Sinne der Erziehung zur Autonomie für das Kind).

Vielleicht etwas dick aufgetragen, wenn Rory zu einem festlichen Anlass in einem Msueum mit dem neuen Hemd, Krawatte und Jackett und unten rum mit Schottenrock auftaucht. Wobei der Schwiegervater sich amüsiert.

Im Museum lernt Rory die ledige Museumswärterin Claudia (Rosanna Arquette) kennen. Sie ermahnt ihn, die Terrakotta-Figur einer lächelnden Etruskerin nicht zu berühren. Hier zeichnet sich eine Romanze ab, die ihren Weg gehen wird und auf die der Titel des Filmes anspielt.

Bei aller anfänglichen Absehbarkeit der kulturellen Konflikte entwickelt die Geschichte von Sarah Bellwood + 4 nach dem Roman von Jose Luis Sampedro in der Regie von Oded Binnung und Mihal Brezis einen hinreißenden Charme, denn unter der feinsinnigen und feinen Produktionsobhut von Arthur Cohn wird nichts dem Zufall überlassen, wird der Film wie auf einem Luftkissen von einem erstklassigen Musikscore getragen.

Auch das Thema aussterbende Sprachen wie das Gälische findet seine Würdigung. Und wenn der Kleine als eines seiner ersten Worte Jeanir, Opa auf Gälisch, sagen würde, dann wäre wengistens ein Glück vollkommen.

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