Ready Player One

Ein Zukunftsfilm?

Der Film spielt im Jahre 2045 in Columbus Ohio. Das sieht nicht mehr so aus wie heute. Aus den Trümmern unserer Zivilisation gibt es wild ineinander getürmte Wohnsiedlungen, erinnernd an lateinamerikanische Favelas, sie heißen „The Stacks“ Stapelspeicher.

Protagonist Wade (Tye Sheridan) muss eine wahre Klettertour bewältigen, um aus seinem Container hoch oben in so einem wild gestapelten Turm auf die Straße zu gelangen. Er flüchtet als Spieler in die geniale Spielewelt „Oasis“ des verstorbenen Entwicklers James Halliday. Dagegen ist Las Vegas nichts oder es ist so wie hundert oder tausend Mal Las Vegas nur noch viel größer.

Die Menschen können in der Oasis alles finden, was sie glücklich macht. Wade fungiert dort als sein Avatar „Parzival“.

Halliday hat ein Spiel hinterlassen, dessen Gewinner erhalten nicht nur enormen Reichtum, sondern auch die Kontrolle über Oasis. Die Aufgabe besteht darin, 3 Schlüssel zu finden.

Wade ist nicht allein, mit ihm kämpft Samantha als Artemis (Olivia Cooke). Ihr Gegenspieler ist Nolan (Ben Mendelsohn).

Steven Spielberg (zuletzt mit Die Verlegerin pressepolitisch hervorgetreten) inszeniert nach dem Drehbuch von Zak Penn nach der Geschichte von Ernest Cline in seiner vorbildlich klaren Cinema-Ortographie. Die einzelnen Vorgänge sind hervorragend nachvollziehbar, ob Autorennen und tollkühne Action dabei, ob Auseinanderbröseln einer Figur, ob sich Abgründe auftun oder Balanceakte gefordert sind.

Die Schauspieler sind prima geführt, zeigen verständliche menschliche Regungen, haben stets einen Bezug zueinander und der Blick in ein Familienleben und zu einem Jungen als Träumer (Halliday) als Andockpunkte für den gemeinen Zuschauer fehlen ebensowenig.

Was mir allerdings nicht viel dabei hilft, die verschiedenen Spielorte näher zu identifizieren und deren Relation zueinander. Dies sind Unmengen von Fantasiesettings, immer spielt die Holographie mit, alles kann im Raum hergestellt werden, das ist 2045 und Drohnen sind omnipräsent. Wobei es eine besondere Lust macht, zu sehen, wie Parzival eigenhändig eine Drohne erwischt und unschädlich macht. Denn auf uns kommt noch viel von diesem Gesumse zu.

Fantastisch ist das lebendige Archiv von Halliday und beeindruckend, wie Spielberg „Shining“ von Kubrick virtuell reanimierend ausschlachtet. Wie der Film überhaupt wimmelt von filmgeschichtlichen Zitaten beginnend mit King Kong, der über Hochhäusern seine Turnübungen macht. Damit gibt Spielberg aber auch zu verstehen, dass vieles von der Zukunftsstadt Oasis in der Vergangenheit liegt.

Es gehe nicht ums Gewinnen, sondern ums Spielen, das ist die Moral von der Geschicht. Dabei ist schön, dass es Extraleben zu gewinnen gibt. Oasis: Realitätsfluchtwelten, aber auch die Wortspielerei, dass Spiel die Realität sei. Ober der Zuschauer dadurch einen realistischeren Zugang zur eigenen Realität, die ja Spiel sei, findet?

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