Der deutsche Filmpreis ist der höchstdotierte und gleichzeitig der dümmste Filmpreis der Welt. Er tut so, als sei er ein Staatspreis, dabei ist er ein Innungspreis, der Preis des Vereins Deutsche Filmakademie e.V. Er wird in einem intransparenten Verfahren vorwiegend aus dem Kreis potentiell Begünstigter ermittelt. Es gibt keine Begründungen und keine öffentliche Diskussion. Der Preis lockt mit einem Preisgeld von 3 Millionen Euro. Er fördert das Gelddenken unter den Teilnehmern und nicht das Filmkulturdenken. Er ist nicht nur der dümmste Filmpreis der Welt, er ist auch der bedeutungsloseste. Weil er ein Insiderpreis ist, der sich nicht rechtfertigen muss. Aber die Kulturstaatsministerin gibt ihm den Segen und lässt sich entmündigen. Sie hat kein Mitspracherecht. Sie entbindet sich somit selbst der Verantwortung für die deutsche Filmkultur. Sie schmeißt das Steuergeld raus und hat nichts zu sagen dazu. Sie hintertreibt damit eine öffentliche Diskussion aus Vertretern wesentlicher gesellschaftlicher Gruppen, was für ein Kino typisch und wünschenswert für das Land sei, sie entzieht den Filmpreis einer ihn gesellschaftlich legitimierenden Auseinandersetzung. Wenn es um die Besetzung der Chefposition der Berlinale geht, schreit die Filmbranche laut und keck, sie fordere Transparenz. Wenn es um die Verteilung von 3 Millionen Euro Preisgeld an sich selbst geht, dann verkrümelt sie sich hinter einem obskuren, mehrstufigen Verfahren und außerdem in funktionärshaften Bewerbungsanforderungen. Damit die potentiellen Preisträger bereits mal auf Knien daher kommen. Damit es keine außerordentliche Ehre sei, wie beim Nobelpreis: dass man von einem illustren Komitee, ohne sich bewerben zu müssen, ausgewählt werde. Der deutsche Filmpreis ist der dümmste Filmpreis der Welt und die Filmkritik hat sich damit abgefunden. Offenbar machen aber nicht mehr alle Filmemacher mit. Einige der erfolgreichen und wichtigen Filme seien, war zu lesen, bei den diese Woche verkündeten Nominationen nicht dabei, weil sie sich schlicht nicht beworben hätten. Vermutlich war ihnen der lächerliche, das Untertanentum fördernden Zirkus der Bewerbung zu blöd. So wird der dümmste Filmpreis der Welt, dieses missgeburtige Konstrukt aus Geldgier und Pfründentum, noch dubioser und wertloser, wird zum größten Filmonaniepreis der Welt und zum Schandpfahl der deutschen Filmkultur. Wir gratulieren allen Mitmachern!

Hinterlassen Sie einen Kommentar