Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier

Eine erwachsene Frau ist mit den fünf Freunden, zwei Mädels, zwei Jungs im Grundschulalter und einem Hund, im Auto unterwegs zu einer Hochzeit. Keiner freut sich darauf. Das Benzin geht aus. Sie bleiben auf weiter Flur stehen. Sie verlaufen sich und landen in einem Hotel, wie es nur im Film vorkommt, mit einer Person an der Reception, wie sie auch nur im Film vorkommt, wenn es knallig zu und her gehen soll.

Im Hotel laufen sie Marty Bach über den Weg. Den spielt der Jakob Matschenz. Und da muss ich die Behauptung zu Franz Rogowski in Lux, Krieger des Lichts revidieren, er sei der einzige im deutschen Kino, der Kreatürlichkeit spielen könne. Der Jakob Matschenz kann das auch. Und hier ist es gefragt.

Marty ist der schüchterne, vielleicht sogar etwas behinderte (Thema Inklusion!) Sohn eines Urtierforschers, der vor zwei Jahren gestorben ist. Über ihn, seine Natürlichkeit und den Hund kommen die Fünf Freunde in Kontakt mit einem Stück Kriminalgeschichte.

Martys Vater hatte vor seinem Tod einen Dinosaurierknochen gefunden, den Fundort aber geheim behalten. Diesen stiehlt Milan Peschel als die absolut klischierte Knallchargencanaille Kurt Weiler und brüstet sich öffentlich damit. Das kommt den Kindern merkwürdig vor und sie fangen an, sich für die Geschichte zu interessieren.

Martys Vater hat eine Schatzkarte hinterlassen! Die wird in der nächsten Nacht geklaut und Marty wird zusammengeschlagen. Der Repräsentant der Polizei, auch der ziemlich kindertheaterhaft, nimmt Marty nicht ernst.

Nun folgt ein Plot, der einem Agatha-Christie-Roman entlehnt sein könnte. Die Kinder schließen sich einer Wandergesellschaft an, die als letzte des Jahres in just das Gebiet aufbricht, in dem der Dinosaurier zu finden sein soll. Das wäre eine Sensation.

Die Kinder vermuten zu recht, dass sich der Bösewicht in dieser Wandergesellschaft befindet, die aus vielen kindertheaterhaften Erwachsenen besteht. So weit ist das Buch von Mike Marzuk, der auch die Regie geführt hat, recht solide und plausibel.

Wobei zu den Kids zu sagen ist, ob mehr ein Casting- oder ein Regieproblem ist mir nicht ganz klar, dass diese viel mehr Solisten sind und das Team- und Freundschaftsfeeling wenig rüberbringen. Das wird allerdings auch zusehends schwieriger, weil Marzuk jetzt nach der soliden Grundlage plötzlich zu großer Action inklusive Pistole, Geiselnahme, Extremfassadenkletterei und Niederschlagung von Erwachsenen durch Kinder mit Schaufel von hinten, untermalt von gewaltigem Filmgefahrenscore aufdreht, so dass die Geschichte in Diskrepanzen, die die Glaubwürdigkeit unterminieren, auseinanderdriftet und dabei die Freunde nicht sonderlich zusammenschweißt. Divergenzen zwischen Story und bislang behaupteter empirischer Filmrealität. So dass der Film den Eindruck saisonaler Gebrauchs- und Wegwerfware mit baldigem Verfallsdatum erweckt.

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