Heilstätten

Die gehen das ziemlich locker an, frei Schnauze wirkt das Spiel dieser jungen Schauspieler im Film von Michael David Pate, der mit Ecki Ziedrich auch das Drehbuch geschrieben hat: Sonja Gerhardt als Marnie, Emilio Sakraya als Charly, Lisa-Marie Koroll als Emma, Tim Oliver Schultz als Theo, Timmi Trinks als Finn, Farina Flebbe als Vanessa, Davis Schulz als Chris, Maxine Kazis als Irina.

Sie spielen Youtuber mit eigenen Channels, spielen Youtube-Stars, die wild auf Klicks und Likes sind. Und sie lassen sich auf eine ‚Challenge‘ ein. Sie sollen es in einem Spukhaus aushalten, von dem es heißt, dass da paranormale Vorgänge stattfinden. Selbstverständlich wird alles gefilmt und geselfiet.

Schnell sind die Jugendlichen bei der „Heilstätte“, einer verriegtelten und verrammelten Ruine wie einem ehemaligen Fabrikbau. Die Geschichte des Baus führt mitten in den Horror der deutschen Geschichte, ins Dritte Reich, hier sind Kinder- und Menschenversuche durchgeführt worden.

Wie im Blair-Witch-Project fängt die Exkursion mit wilden Fuchtelkameras an. Sie dringen in das Gelände ein, knacken eine unerwartete Kette (einer arbeitet dort als Touristenführer) und betreten das Gebäude.

Alles wird immer gefilmt. Sie bringen Infrarotkameras an (die ergeben schöne Kontrastbilder zu den Handyaufnahmen), um möglichste viele Räume zu überwachen und Bewegungen zu fimen.

Die Beleuchtung besteht aus Taschenlampen, Kerzen und den Lichtern der Handys mit viel Gewackele, das das Gefühl von Unsicherheit und Gefahr erhöht und mit wildem, schnellem Zusammenschnitt und für taugliche Spukeffekte sorgt.

Allerdings nimmt die Geschichte später auf Initiative eines der Beteiligten eine Wendung, die auf die Geschichte des Gebäudes referiert. Das war so nicht zu erwarten gewesen. Dieser Auflösung fehlt der storyimmanente Boden; sie hat weniger Plausibilität als die vorhergehenden Herumirrereien und Geistererscheinungen.

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