Hot Dog

Dieser Film von Torsten Künstler (Regie) und Tripper Clancy (Drehbuch) soll auch ein gezieltes Werbevehikel sein für Marken wie McDonalds, Mercedes, Pepsi und (verbal) Duplo.

Womit assoziiere ich diese Marken nach dem Schauen des Filmes?

Mit mäßiger Action, mit möchtegernamerikanischem Kino, mit einem Armutszeugnis verknurzten deutschen Subventionskinos, mit einem Scherzkeks von Bundespräsidenten, mit einem Teamversuch von Matthias Schweighöfer und Til Schweiger als simpel gestricktem GSG-10-Kontrastpaar aus Weichei und Hartei, bei dem die Running-Gag-Titulierung „Helga“ (so Hartei zu Weichei) sich nach wenigen Metern schon totläuft, mit unbedarftem darstellerischem Overacting, mit kernig gemeinten Dialogsätzen, die sogleich in Kernlosigkeit sich verflüchtigen, mit einem Drehbuch, das nach Actionkompott aussieht (haben amerikanische Filme gesehen und bedienen sich wie die Christbaumschmuckräuber), mit einem Til Schweiger mit einem merkwürdig gerundeten Gesicht und einem Haupthaar, das wie ein Fremdkörper oben sitzt, mit einer dünn zusammengebastelten Story von den beiden Sondereinheitstypen, die zusammen ins Schloss Bellevue als Gardestatisten strafversetzt werden und da in einen hirnrissigen Überfall und in eine Entführungsstory hineingeraten aus lauter abgegriffenen Versatzstücken aus dem Genre und die in Moldawien endet mit weiteren abgelutschten und nicht originell zusammengebauten Actionfilmversatzstücken bei verbaler Dauerlatenz unbewältigten Potenzlebens.

Matthias Schweighöfer spielt den bebrillten Kopfmenschen mit der Eigenschaft, dass er nichts vergessen kann, keine Vorschrift, kein Gesicht. Das wird anfangs mit einer Kindervariante seiner Rolle anhand eines Memory-Spieles klar gemacht. Klar wird auch, dass Actionheldentum und Vergeistigtheit sich offenbar nicht vertragen, dass sie nicht verträglich zu machen sind, das wird aus diesem Film deutlich. Actioncop und Theoriecop, das wirkt wie ein Kompott, um den Ausdruck nochmal zu verwenden, aus Gangster und Ginster.

Filmreviewers deprimierende Erkenntnis am Ende des Filmes, im Falle, dass alle Filme so sein sollten: „wenn ich wiedergeboren werde, gehe ich zur Sparkasse“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.