Es gibt Filme, bei denen ich mich frage, ob ich begriffstutzig bin oder ob sich vielleicht doch der Filmemacher, hier ist es Makoto Shinkai, in seiner Geschichte, die hier zwischen einem Meteorabsturz von 2013 und 2021 in Japan spielt, verlaufen hat.

Eine Kollegin hat mich nach dem Screening darin bestätigt, dass hier wohl eher die Geschichte undurchsichtige Sprünge macht oder Wendungen nimmt. Noch dazu handelt es sich um ein paranormales Phänomen.

Die beiden Hauptfiguren sind Taki und Mitsuha. Sie tauschen Körper, Identitäten, Orte und Zeit. Er ist im Körper von ihr, die gerade in die Pubertät kommt und rubbelt erstaunt an den wachsenden Bobbels; was die kleine Schwester verärgert. Sie wohnt im Provinzkaff Itamari und träumt von der Großstadt Tokio.

Die Ödnis der Provinz schildert Shinkai plausibel. Wie trostlos allein das „Café“ ist, da gibt es lediglich einen Getränkeautomaten neben einer Bank im Niemandsland. Auch den Stress in der Pizzeria Giardino delle Poole in Tokyo zeichnet er mit wenigen Strichen, wie alle Bilder und anschließend pastellen koloriert, einleuchtend nach. Auch wie Misusha plötzlich im Körper von Taki steckt und wie Kollegen und Mitstudenten sich überhaupt nicht mehr auskennen. Das ist soweit nachvollziehbar.

Als erklärend-symbolischer Akt kann vielleicht die Info über das traditionelle Bänderflechten von der Oma von Mitsuha verstanden werden, das auf geheimnisvolle Weise Zeiten und Kultur, Menschen über Generationen verbindet.

Ein anderes Mittel ist die Sake-Herstellung für den Heiligen Schrein. Auch dies eine Zeremonie, die von Geheimnis umgeben ist. Sake ist ein Hinweis auf Rauschzustände, Dope, zu Dingen, die die Wahrnehmung, auch die Selbstwahrnehmung, verändern können.

Ein entscheidendes Ereignis ist der Komet, der nur alle 1200 Jahre so nah an die Erde kommt, und bei dem dieses Mal ein Stück just über Itamari sich abspalten, abstürzen und eine Katastrophe auslösen wird. Dies behält Shinkai allerdings bis zum Schluss auf. Es könnte aber einen Erklärungsgrund im Sinne von Traumatisierungen Betroffener abgeben, die die Weltsicht von Menschen erschüttern kann. Könnte. Kommuniziert wird mit den modernsten Mitteln wie Smartphone, Chat. Ob es dabei mit rechten Dingen zugeht, wäre ja auch mal zu untersuchen.
Die deutsche Synchro ist ansprechend und fügt sich prima in die verhaltene Bilder- und Tonwelt ein.

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