Dieser Dritte Teil der Pitch Perfect Reihe, die von Kay Cannon geschrieben wurde (Pitch Perfect, Pitch Perfect 2) fügt sich in der Regie von Trish Sie (Step up all in) in Temperament und Tempo nahtlos an an den Vorgängerfilm an, in welchem die Acappela-Sängerinnen Die Bellas in Dänemark den Weltmeistertitel holten.

Jetzt haben sie das College hinter sich, stehen am Anfang des ernsthaften Teiles ihrer Lebenswege. Die Möglichkeit einer Truppenbetreuungstour in Europa bringt die Bellas wieder zusammen. Das ist sicher auch ein Stück PR für die US-Army. Und es fallen schöne Bildchen von europäischen Städten und Häfen und Luxushotels ab.

Die Bellas steigen mit eben dem Schwung aus dem WM wieder ein, umsomehr als sie jetzt Konkurrenz haben, denn es treten zwei weitere Gruppen auf dieser Tournee auf.

Im Hintergrund wirkt ein berühmter DJ. Die Hoffnung der Gruppen besteht darin, zu seiner Vorgruppe zu avancieren. So herrscht schon beim Sound-Check in einem leergeräumten Flughangar in Spanien gleich voller Temperamentswettbewerb.

Da sind die Amis gut drin, solchen Wettbewerb, solches sich gegenseitig Vorwärtstreiben zu inszenieren. Sie lassen nie eine Gruppe schlecht aussehen. Schon die anderen Bands, die mit Instrumenten verstärkt sind, lancieren einen Megasound und Stimmung, aber die Mädels setzen mit ihren Stimmen und Bewegungen noch eins drauf. Faktisch. Obwohl sie brutal mit dem Zapfenstreich abgebrochen werden.

Etwa im zweiten Drittel verlässt der Film allerdings den Weg des musikalischen Wettbewerbes und des gegenseitigen Hochschraubens, rutsch ab in ein genrefremdes Extempore in eine klischeehafte und nur flüchtig skizzierte Entführungs- und Kampfgeschichte.

Der Vater der dicken Amy ist aufgetaucht, ein stinkreicher Mensch. Der Anfang dieser Nebengeschichte ist noch in der Musik verhaftet, wie er ein Lied für seine Tochter singt. Aber er will seine Tochter zurück, nimmt die Mädels als Geiseln auf seiner Megayacht, der Film wandelt sich zum Routinethriller und erleidet somit einen Einbruch des musikalischen Wirbels, reizt nachahmerhaft das Topos: ‚dicke Frau schlägert dünne Mäner zu Boden‘ aus, um zum Ende hin nochmal die musikalische Kurve zu kriegen.

Die deutsche Synchro ist spritzig. Zwischen gezielten textlichen Abrutschern in den Ordinärbereich gibt es auch schöne Blüten: Das Alter beugt den Körper, Aufgeben beugt die Seele.

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