La Mélodie – Der Klang von Paris

Mit Klassik helfen.

Kindern aus unterprivilegierten Schichten und Stadtvierteln mit Geigenunterricht zu Konzentration verhelfen und sie an die Klassik heranführen, verborgene Talente aufspüren, das sind löbliche Aktivitäten.

Es gibt Realvorbilder für diesen Début-Film von Rachid Hami, der mit Guy Laurent und Valérie Zenatti auch das Drehbuch geschrieben hat. Es handelt sich um „Démos“, ein soziales, musikalisch-orchestrales Schulprogramm, das von der Pariser Philharmonie initiert wurde.

Davon hat Hami sich inspirieren lassen und seine Geschichte geschrieben. Dabei scheint er allerdings mehr die Message und dass das gut gehe, vor Augen gehabt zu haben, denn reale Figuren und deren Konflikte.

Es gibt Hürden auf dem Weg zum Höhepunkt, dem Auftritt in der Philharmonie der Geigenklassen der Schulen aus der Peripherie, aber sie werden eher zitiert, der Vollständigkeit halber angeführt, denn zu spannungserzeugender Dramatik eingesetzt. Wodurch zum deutlich intendierten Rühreffekt, wenn der Aufrtitt gelingt, das Gefälle fehlt.

Das sollte die Figur des pummeligen Arnold bewältigen. Er ist vorerst außen vor, wenn die Schüler sich für Sport oder Geigenunterricht entscheiden müssen. Da der Andrang zur Geige groß ist, landet er beim Sport. Das behagt ihm nicht. Er guckt gebannt durch das Fenster auf den Unterricht.

Diesen gibt der Berufsgeiger Simon Daud, das ist Kad Merad in einer bemerkenswert ruhigen Glatzenrolle, der bedachte Musiker, der sich dafür blöd anmachen lassen muss von den anfangs höchst undisziplinierten Schülern, wozu denn die sexy Glatze gut sei.

Arnold (Renély Alfred) kommt nicht von den Geigen los. Schleicht sich in den leeren Probenraum. Und wie zu erwarten, entdeckt der Lehrer die Passion und fördert sie.

Zur Erhöhung des Rühreffektes, weiß Arnold nicht mal wer sein Vater ist, wo der sich befindet und wie der aussieht. Einen Konflikt gibt es zwischen Arnold und dem sich zur Seite gedrängt fühlenden Samir (Zakaria-Tayeb Lazab), der immer nur die sexuell-erotische Dimension von Begriffen im Kopf hat. Aber auch die beiden werden sich anfreunden und zusammen ein Konzert des Klassik-Quartetts ihres Lehrers Simon besuchen.

Eine weitere Hürde stellt sich für Simon mit dem Angebot für eine Konzerttournee. Dafür müsste er die Schulklasse im Stich lassen. Schließlich führt ein Kurzschluss zum Brand im Probenraum. Aber auch das meistern die inzwischen enthusiasmierten Eltern gemeinsam.

Der Film erweckt die Illusion, Integration sei einfach und malt sich damit die Welt schön. Vielleicht hat sich Hami auch nur viel zu behutsam seinem Thema genähert, um ja nichts kaputt und ja nichts falsch zu machen; was in der Kunst immer ein Bremsmoment ist. Dadurch kommt die Integrationsmessage viel zu fett rüber. Immerhin wissen die Kids bereits, dass Kolophonium eine Kolonie mit vielen Telefonen sei, wenn das mal keine Ausgangslage für unverbildeten und unvoreingenommenen Geigenunterricht ist.

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