Justice League

Die Lage ist hoffnungslos

bei all der Finsternis. Aber das Licht muss zurückkehren. Und wir müssen nicht allein sein. Wenn der Satz in einer Hochhausschlucht fällt, dann heißt es, schau zum Himmel rauf und du wirst Licht sehen.

Die Lage ist hoffnungslos, aber es gibt Hoffnung. Das ist die Message dieses Films aus dem Marveluniversum von Zack Snyder nach dem Buch von Christ Terrio, Joss Whedon + 7.

Die Lage ist hoffnungslos für den Zuschauer, der sich nicht auskennt in dieser Comicwelt.

Mit verwirrend vielen, zerfaselten Handlungssträngen wird der Film eingeleitet, springt von Figur zu Figur, von Location zu Location. Es stellt sich heraus, dass die Welt vor dem Einfall von Außerirdischen gerettet werden muss, soviel versteht der letzte Zuschauer irgendwann, und dass drei magische Boxen/Kuben eine Bewandtnis haben damit. Diese Minikaabas können durchtrieben gut mit Computeranimationseffekten umgehen und glühen und rumoren und die Welt schier zum Bersten bringen.

Die Lage ist hoffnungslos, denn die Gesetze der Physik sind in so einem Film außer Kraft gesetzt. Wie da noch nachvollziehbar Handlungen und Entscheidungen möglich sein sollen, bleibt rätselhaft und wer die Gesetze der Physik effektvoller überlisten kann, der ist der Sieger. Über Siegertum wird gegen Ende hin gefrotzelt, wenn die beiden Superhelden auf freiem Feld stehen und in Richtung Pazifik abdüsen wollen.

Jetzt gewinnen die dürftigen Einsprengsel einer geerdeten Handlung wieder die Oberhand, Maisfelder und Einzug in das Haus, das die Bank schon versteigern wollte, mithin eine gemeisterte Hypothekenkrise, es kehrt Normalität ein, die sonst nur bruchstückhaft in häufigen Mutter-Tochter oder Vater-Sohn-Verhältnissen vorkommt.

Passend zum eben begonnenen Fasching ist es auch eine gigantische Kostüm- und Spukveranstaltung, comicgerecht. Ein Satz bleibt in Erinnerung. Frage: bist Du Superman? Antwort: nein, ich bin reich. Kann interpretiert werden als Bezug zur wachsenden Ungleichheit zwischen Arm und Reich und der steigenden Zahl von Superreichen – aber unternimmt Superman etwas dagegen?

Immerhin, wer Superhelden- und Superheldinnenbedarf hat und sich auskennt, der kommt reichlich auf seine Kosten: Flammen- und Kampfheere, Unterwasserwelten und Neptun, Tote und Amazonen mit Pfeil und Bogen und Ritterrüstungen und Metropolis und Gotham, apokalyptische Zerberstwelten noch und nöcher, und Steppenwolf und irgendwo eine unangreifbare Zentrale, wer das braucht und mag, der kann mit seinem Kinoeintrittrpreis dazu beitragen, dass solche Superhelden im Kino überleben und die Leinwände für Besseres verstopfen werden, derweil die Reichen im Geheimen für ihr Geld neue Verstecke aushecken werden.

Ob kinematographisches Rausch-, Betäubungs- oder Nahrungsmittel, das sei dahingestellt. Gerade inspiriert und inspirierend empfinde ich das nicht.

Gut nachvollziehbare Themen, dass eine Allianz für Gerechtigkeit gebildet wird, dass ein Team zusammengestellt werden muss, und schön aufwendig ausgeleuchtet sind die Szenerien allemal.
Und noch ein Positivum: wurde nicht in 3D gezeigt (war so schon apokalyptisch genug).

Vielleicht sind es Biedermanns wilde Träume, das lässt die Etablierung häuslicher Idylle am Ende vermuten. Dann wäre es doch was für ein breites Publikum – oder gerade deshalb.

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