Happy Death Day

Kill the Bitch.

Läuternde Alptraumdauerschlaufe in erstklassiger Erzähl- und Spannungsökonomie mittels raffiniertem Mix aus Reiß-, Zoom-, Amnesie-, Kollisions-, Déja-vu- und auch Akzelerations-Perzeption montiert von Christopher Landon (Scouts vs Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse) nach dem Buch von Scott Lobdell.

Landon neigt nicht zur Finstermelancholie wie Ry Russo-Young mit dem gleichthematischen Wenn Du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, welche nach der Läuterung der Protagonistin und deren Wandlung von der Bitch zum anständigen Menschen aufhört.

Landon setzt auf die Katharsis noch eins drauf und lässt die Protagonistin die Bitch real killen. Diese verdammten Cup-Cakes, vielleicht sind die an allem schuld, ich weiß, warum es mir nicht behagt, dass auch bei uns in vielen Bäckereien inzwischen überall Cup-Cakes angeboten werden.

Diese Art Alptraumschlaufenfilme sind anzusiedeln in den kinematographisch aufregenden Breitengraden des Anbandelfilmes, altersbedingt.

Tree (Jessica Rothe), ein markanter, attraktiver, blonder Alphatyp, wacht im Zimmer des Kommilitonen Carter (Israel Broussard) auf. Der sieht noch so jung und ordentlich aus, als könnte er keinem Wesen ein Härchen krümmen. Das zeigt sich an seiner Bemerkung zu ihr, er habe ihren Slip auf die Kommode gelegt, weil er nicht wusste, ob der Stoff knittert.

Tree hat jedenfalls heftig gebechert abends zuvor, kann sich an nichts erinnern, auch nicht an den Vornamen von Carter, der ihr vesichert, dass nichts gewesen sei zwischen ihnen und dass er auf der Notliege geschlafen haben.

Es folgt jetzt ein Ablauf von Tree, der noch öfter folgen wird und der im Zuschauer die Lust am Memory-Spiel weckt, was kommt als nächstes, war da nicht noch was, war das vorher auch schon so?

Landon ist raffiniert genug, zu variieren. Der alptraumbürtigen Angst fällt in ihrer Hysterie so einiges ein. Das hält den Zuschauer wach, die Differenzen sich bewusst zu machen zwischen den verschiedenen Tagen, die immer der gleiche Tag sind, nämlich der Geburtstag von Tree, Montag, der 18.

Die Schablone ist die, dass jeder Tag mit ihrer Ermordung endet, das darf der Zuschauer ruhig wissen. Denn die Tage verändern sich trotzdem. Aber da Tree sich erinnert, während es für ihre Umgebung je das erste Mal ist, versucht sie zu tricksen, dem Schicksal zuvorzukommen, wodurch sie sich allerdings auch in immer neue Fallen und den entsprechenden Fluchtmechanismus verfängt.

Landon erzählt in einer guten Mischung von exponierter Darstellung und nicht ohne Humor. Die deutsche Synchro hält den Bildern stand. Im Horrorgenre ist sie eh meist am besten, kommt sie sich selbst am nächsten. Schönes Plakat im Studentenzimmer: Garden of Elk.

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