Killers Bodyguard

Die Brisanz des Internationalen Gerichtshofes im holländischen Den Haag zeigt sich am Maß und der Heftigkeit der Action drum herum, wie sie in diesem Film von Patrick Hughes nach dem Buch von Tom O’Connor aufgefahren wird.

Das ist nicht wenig. Sicher, es ist eine erfundene Geschichte, die aber ihre Erdung in dieser Backgroundstory hat. In Den Haag findet der Prozess um den weißrussischen Präsidenten Dukhovich (Gary Oldman) statt. Er wird schwerer Menschenrechtsverletzungen und wegen eines Massakers, an dem er persönlich beteiligt gewesen sein soll, angeklagt.

Ein Kronzeuge ist der Profikiller Darius Kincaid (Samuel L. Jackson), der stolz renommiert, schon 250 Menschen getötet zu haben und der sich sogar geweigert habe, für Dukhovich zu arbeiten, da es hier lediglich um Massaker ging, er mag ungerechtfertigte Tötungen nicht.

Das ist eine Glanzrolle für Samuel L. Jackson, diesen lebensfreudigen Killer zu spielen, der noch während der größten Verfolgungsjagd per Boot durch Amsterdam oder in einem bereits halb zerschossenen Ford, ganz klar: humoristisches Product Placement, sein Grinsen bewahrt und der als nicht tötbar gilt, wie seine heiß und innig geliebte Frau, die Cucaracha, Sonia (Salma Hayek) beteuert.

Sonia sitzt präventiv festgenommen in Amsterdam im Knast, gilt als Pfand dafür, dass Darius sich bereit erklärt, als Zeuge aufzutreten. Womit Darius umgehend einverstanden ist und was ihm später Gelegenheit für ein amouröses Intermezzo mit Tulpen mitten in der aufregendsten Verfolgungsjagd bietet. Allerdings ist er im Moment noch in Fesseln in London und das Problem ist die sichere Überführung nach den Haag, denn Dukhovich setzt alles daran, Darius aus der Welt zu schaffen, bevor er gegen ihn aussagen kann. Dukhovich ist bestens organisiert mit jeder Menge Killern in schwarzen SUVs.

Als Beschützer bleibt nach diversen Verlusten eines limousinenstarken Konvois Michael Bryce (Ryan Reynolds) übrig. Wie sich Bryce und Darius unter steter und massiver Verfolgung bis Den Haag durchschlagen und dabei zu einem Buddy-Paar zusammenwachsen, damit löst der Film seinen Thrilleranspruch bestens ein.

Auch Michael wird, als Gegengewicht gegen die rasanten Verfolgungsjagden und Schießereien, eine Freundin, Amelia (Elodie Yung) zugeschrieben, ebenfalls eine Agentin. Diese Liebesgeschichte ist komplizierter, durchzogen von Vorurteilen und Misstrauen.

Wobei der etwas sparsamere Einsatz des Begriffes „Motherfucker“ gewiss kein Schönheitsfehler wär.

Das Thema Sicherheit wird eingangs, zur Erhöhung des Thrills rein thematisch quasi, neckisch illustriert – dass es nämlich keine Sicherheit gebe – mit der Begleitung des Japaners Kurosawa (Tsuwayuki Saotom) aus der Londoner City bis zum Privatjet auf dem innerstädtischen Airport. Auf diese Szene wird später noch zurückgekommen. Auch sie spielt eine Rolle beim Buddy-Thema.

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