Wer zieht ein: Feldkirchen (BR, Donnerstag, 3. August 2017, 22.45 Uhr)

Ponykacke.

Hier wird vorgeblich dokumentiert, wie eine Julia mit Hilfe ihrer Freundin Christine zwei Mitbewohner für eine frisch renovierte 220-m2-Wohnung in einem Bauernholzhaus in Feldkirchen bei München sucht. Es ist das Haus ihres Vaters, der ihr diese Wohnung zur Verfügung stellt.

Eine Sendung von ätzender Langeweile. So eine Sendung hat nichts im undemokratisch zwangsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu suchen. So einen Bericht kann heute jeder selber aufnehmen und auf youtube oder vimeo oder jeder Menge sozialer Netzwerke posten. Und käme bestimmt spontaner, ehrlicher und unterhaltsamer rüber.

Hier erfährt der Rundfunkzwangsfinanzierer, der sich die Zwangsgebühr womöglich von einem kargen Haushaltsbudget abknapsen muss, einmal mehr gar nichts über die Rahmenbeindungen der Sendung, darüber, ob diese Szenen im Nachhinein nachgestellt worden sind, ob die Kandidaten ein Geld dafür bekommen, ob wirklich alle Kandidaten, die sich gemeldet haben, hier vorkommen, überhaupt, wie Kandidaten und Vermieter ausgesucht wurden. Das Publikum mal wieder für dumm verkauft, Fernsehen nach einer Ideologie aus den 50er Jahren.

Fernsehen, das überhaupt nur in einem Pfründenstadel zustande kommen kann. Das an den Haaren herbeigezogene Sendeformat wird von den Produzenten redaktionsmundgerecht formuliert, um an die begehrten Pfründengelder zu kommen. Es geht hier nur um das Abschöpfen von Geld aus dem 8-Milliarden-Zwangsgebührenpot. Mit dem demokratischen Grundauftrag des Fernsehens – und auch nicht mit einem allfälligen Unterhaltungsauftrag – hat dieses Format nichts am Hut.

Das Stroh der dummen Kommentare würde besser dem Pony unterlegt, das auf den für die Fernsehaufnahmen sauber gewischten Hof kackt, statt es den eh erwartbar wenigen Zuschauern vorzudreschen.

Drehbuch und Kommentare lassen nicht auf einen Ansatz kritisch-geistiger Durchdringung der Materie schließen, dieser Subventionsauswuchs bewegt sich in einer Region geistiger Kalmen – für die Demokratie fatal.

Die Pfründenconnection besteht hier aus dem Namen Gernstl (Jonas), bestens implantiert im BR, die redaktionelle Verantwortung für diese überflüssige Investition von Zwangsgebührengeldern trägt ein Redakteur namens Ulrich Gambke (der kürzlich schon bei Bayern erleben als verschnarcht aufgefallen ist), für dessen Lohn und üppige Altersversorgung wir auch noch aufkommen müssen.

Die Redaktion sollte offen Auskunft geben über das Zustandekommen dieses Sendeformates und warum der Auftrag an Jonas Gernstl vergeben worden ist; ob das Format vorher ausgeschrieben worden ist bei interessierten Produzenten, ob es einen Wettbewerb gegeben hat, um dem Zuschauer, wenn schon, die bestmögliche Sendung zu bieten.

Abgesehen davon, dass WG-Zimmer für 370 und 350 Euro dem Münchner Mietmarkt Hohn sprechen, das ist eine Zuschauerverarsche sondergleichen. Hallo, wo bleibt da unser von uns super bezahlter Herr BR-Intendant, fällt ihm sowas nicht auf?

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers.

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