Planet der Affen: Survival

Ein Naturfilm, ein Tierfilm, ein Kriegsfilm, ein Survivalfilm, ein Kommunikationsfilm, der davon überzeugt ist, dass das Unglück auf der Welt vom Menschen stammt und dass die Affen friedlich sind. (Planet der Affen: Revolution)

Das Unglück haben die Menschen mit ihren Experimenten mit dem Simian-Virus ausgelöst. Die Städte sind unbewohnbar geworden. Im Dschungel gibt es überlebende Gruppierungen von Affen und von Soldaten.

Menschen und Affen im Dschungel sind sich spinnefeind, vor allem der Colonel (Woody Harrelson) ist ein Kriegstreiber der miesen Art. Es gibt auch Verräter-Affen, die sich ihm andienen und der Affenresttruppe unter Caesar (Andy Serkis) das Leben schwer machen, sie angreifen und töten oder zum Arbeitsdienst zwingen wollen.

Dieses Sequel in der Regie von Matt Reeves nach dem Drehbuch von Mark Bombak, Rick Jaffa + 2 geht noch weiter, es holt sich Anleihen aus der christlichen Leidensgeschichte, arbeitet mit Auspeitschungen und Kreuzigungen, auch das Exodus-Bild wird es später bemühen.

Caesar dagegen will nur Frieden. Er leidet selber unter den Angriffen, seine Frau und ein Sohn sterben dabei. Nur sein jüngster Sohn Cornelius wird überleben.

Ein Naturfilm: er spielt überwiegend im Dschungel, ein gewaltiger Wasserfall und eine Höhle für die Affen geben allein großartige Kulissen ab, die auch filmisch geschickt eingesetzt werden. 3D ist ganz passabel.

Die Inszenierung von Matt Reeves konzentriert sich auf eine Kommunikation der leisen Töne. Sowieso ist die Kommunikation der Affen untereinander und auch mit dem Menschen von wunderschönen, sorgfältig gearbeiteten Gebärden unterstrichen.

Ein Kriegsfilm, indem speziell in der ersten Sequenz mit Pfeil und Bogen gegen Gewehrsalven gekämpft wird und gegen das sich ziehende Ende hin regnet es Flugzeuge vom Himmel, das ist des Unguten zuviel.

Ein Survivalfilm. Caesar begibt sich mit einer kleinen Truppe von Getreuen, die sich unterwegs noch um ein Menschenmädchen (die verleitet die Filmemacher am Ende zu starker Sentimentalität) und einen ehemaligen Zooaffen als Skurrilfigur, der in der Wildnis überlebt, erweitert. Caesar will den Colonel aufsuchen und eine Lösung finden.

Da die übrigen Affen alle in dessen Gefangenschaft geraten sind und Zwangsarbeit in einem Steinbruch verrichten müssen, wird der Film um eine Variante der Spartakus-Geschichte mit dem christlichen Heilsgeschichte angereichert, wodurch er sich in die Überlänge zieht, vielleicht auch hier eine Vorgabe der Manager, die sich von Überlänge plus 3-D ein besseres Einspielergebnis und damit die bestmögliche Platzierung am Startwochenende versprechen, die wiederum einem Werbeeffekt gleichkommt.

Die Coca-Cola-Werbung auf einem Schrotteisenbahnwaggon mit historischer Patina versehen wirkt raffiniert platziert. Den Begriff des Heiligen Krieges haben die Autoren auch noch zeitgemäß in das Drehbuch reingepackt.

Gute Charakterzeichnungen der Figuren, besonders Caesar überzeugt als redliche Führerfigur. Aber durch das aus dem Plot nicht zwingend sich ergebende storymäßige Zerdehnen der Geschichte wirkt die an sich schöne Machart plötzlich wie selbstgefälliger Manierismus.

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