Jab Harry Met Sejal (Kinoevent)

Ich habe eine Schwäche für Frauen.

Europa als Spielplatz für Verführung und Liebe, das Bollywood-Kontrastprogramm zu Eleanor Coppolas Paris kann warten, einer Amerikanerin erotischer Ausflug mit einem Bekannten von Cannes nach Paris.

In diesem Film von Imtiaz Ali muss Bräutigam Rupen in Indien warten. Auf der vierwöchigen Europatour, die er mit seiner Braut Sejal (Anushka Sharma) gebucht hat, hatte er ihr in Amsterdam bei einem Dinner den Heiratsantrag gemacht.

Sejal ist eine indische Schönheit und stammt aus einem Diamantenhandelshaus. Der Ring war zu groß. Der sollte nach ihrer Rückkehr in Indien angepasst werden.

Aber bald schon hat sie den Ring verloren. So kann sie nicht zurückfliegen. Sie verlässt die Reisegesellschaft und den Bräutigam, will unbedingt den Ring wiederbeschaffen. Sie tritt aus dem Flughafengebäude. Da kommt Harinder ‚Harry‘ Singh Nehra (Shah Rukh Khan) zupaß.

Der war froh, seine Mespoke von Touristen losgeworden zu sein. Auf der Tonspur singt er des Fremdenführers Einsamkeit, dessen Heimatlosigkeit und Leere. Harry ist dabei, das Flughafengelände mit seinem Cabrio zu verlassen. Da gestikuliert sich Sejal auf ihn zu, er müsse ihr helfen, den Ring wiederzufinden.

Er hat die Nase gestrichen voll von den Touristinnen, will sich auf nichts einlassen. Sie aber terrrorisiert seinen Chef so lange telefonisch, bis er aus Angst um seinen Job drauf eingeht, einwilligt, sie wenigstens in das Lokal zu begleiten, wo sie den Ring verloren haben will.

Dort ist der Ring nicht. Harry will einen Kollegen an seiner Stelle hinschicken. Nützt nichts. Er greift zur letzten Notwehr, um die Dame abzuschütteln, er sagt ihr, er müsse ihr etwas ehrlich und offen gestehen, er sei ein schlechter Charakter, er habe eine Schwäche für Frauen, Frauen seien bei ihm nicht sicher.

Die von ihm als naiv eingeschätzte Frau reagiert unerwartet, überreicht ihm einen Haftungsausschluss, von ihr unterzeichnet, sie sei Anwältin, darin stehe, dass, egal was zwischen ihnen passiere, er auf gar keinen Fall belangt würde.

So weit die Exposition, auf die ein abenteuerliches Roadmovie zu Zweit durch sehenswerte europäische Metropolen (Amsterdam, Prag, Budapest, Lisabon, Frankfurt) folgt mit ständigen Auf und Abs dieser Nicht-Beziehung-Beziehung, mit ständiger Umpolung des Anziehungs- und Abstoßmagentismus.

Der Film ist ein Starvehikel für den indischen Megastar Shah Rukh Khan und seine ihm ebenbürtige Partnerin Anushka Sharma. Ein Film, der Lebensfreude und Optimismus verbreitet und souverän auf der Klaviatur der Unentschiedenheit und schwierigen Entscheidungsfindung bei der nie ruhenden Suche nach Liebe spielt.

Reisen, Kidnapping, Verfolgungsjagden, Disco, Hochzeit eines Kollegen und Songnummern, das schweißt ungeahnt zusammen – aber ob das die Dinge klärt? Denn Diebstahl passiert wie Liebe – und das Diebesgut? (Wie eine chinesische Vase, schön, rein, zerbrechlich).

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