Das Gesetz der Familie

Gesetz des Clans.

Der Titel des Filmes beschreibt keine Handlung, er zielt auf einen Zustand. Wobei das Besondere an der Familie Culler ist, dass sie ihr eigenes Gesetz hat, das sie oft außerhalb des im Britischen Königreich in der Grafschaft Gloucestershire geltenden Gesetzes stellt.

Eine Familie, zu der wohl der Begriff Clan besser passen würde, so wie sie sich in einer Wagenburg abschotten. Ein hochaktueller Begriff insofern, als auch in Deutschland immer häufiger und besorgter die Rede ist von ganzen Straßenzügen in Berlin oder im Ruhrgebiet, die in der Hand beispielweise libanesischer Clans sind, in die sich die Polizei kaum hineintraut und in welchem die Gesetze des Clans gelten.

Hier im Film von Adam Smith nach dem Buch von Alastair Siddons ist wohl kaum auf solche Clans refereriert. Hier geht es darum, dem Vorurteil der Gesetzlosigkeit oder dem Sich-außerhalb-dem-Gesetz-Stellen zu begegen und den Gegenwert des Familienzusammenhalts warmherzig und humorvoll zu schildern.

Dafür sprechen die Besetzungen, die keine Antipathie aufkommen lassen, denn sie geben die Familienmenschen überzeugend: Brendan Gleeson als Opa und Oberhaupt der Familie, der schaut, dass die Gesetze des Clans befolgt werden, dass die Maxime, nicht erwischt zu werden, in Fleisch und Blut auch der nachfolgenden Generationen übergeht.

Der nach wie vor blendend aussehende Michael Fassbender als dessen Sohn Chad, der mit Kelly (Lyndsey Marshal) den Sohn Tyson hat, Schulbub, und das ist das Besondere, dass sie ihren Sohn zur Schule schicken, das macht den Opa misstrauisch, lässt ihn spüren, dass Chad den Ausbruch aus dem Clan in die Welt plant.

Ist es eine Falle ist, die der Opa ihm und seinen Einbrecherkumpels stellt, einen Bruch in einem Landhaus zu wagen, in dem kostbare Uhren zu holen sind? Der geht schief, so dass Chad von der zahlreichen, ihn verfolgenden Polizei inklusive Hubschrauber fast erwischt wird, wenn er nicht die Technik gegen Wäremkameras beherrschen würde, sich unter einer Kuh zu verstecken.

Der Boden wird heißer für den Clan. Die ganze Gegend weiß um dessen Tun, nur fehlt es der Polizei an Beweisen. Mit der liefert sich der Clan Verfolgungsjagden, während denen Chad seelenruhig an eine Tanke fährt, um sich Zigaretten zu besorgen.

Erkennbar ist der Filmemacher Sympathie für solches Außenseitertum, die wohl nicht gleichgestellt werden darf mit einer Sympathie für Gesetzesbruch.

Im September kommt „Schloss aus Glas ins Kino“, eine Literaturverfilmung, die auch von so einer Außenseiterfamilie handelt.

Der Film macht auf mich einen unfertigen Eindruck durch eine unglaublich fahrige Kamera, die sich vielleicht selbst vom Gesetz ordentlicher Kinovermittlung gegängelt fühlt. So wirkt der Film lediglich wie eine Skizze, ein Schnell-Schnell-Video, denn auch am Licht wurde kräftig gespart, wenig Aufwand scheint für künstliches Licht betrieben worden zu sein, ja es stellt sich mir durch diese nervös-unkontrollierte Kamera und auch durch das Herunterspielen von Ausstattung und Kostüm teils der Eindruck ein, es handle sich lediglich um ein schnelles Making-Of „Das Gesetz der Familie“, das unterm Strich nichts anderes als den Zusammenhalt der Familie lobt. Die deutsche Synchro ist straff und zweckdienlich.

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