Die Bergpolizei – Ganz nah am Himmel – Auf den Spuren des Wolfes (BR, Freitag, 28. Juli 2017, 20.15 Uhr).

Der Wolf und die Frauenleiche im Bergwald.

Aus einer italienischen Serie mit vielen Autoren (Mario Ruggeri, Francesca de Michelis, Enrico Oldoini, Salvatore Basile, Andreas Valagussa), einem Regisseur (Enrico Oldoini) und Terence Hill als reitendem Bergewaldförster und Zugpferd.

Die Kamera versucht krampfhaft ab und an Bilder zu schießen, in denen Terence Hill den Kopf ruhig hält und ins Leere starrt, damit seine berühmten, kristallklar-blauen Augen zur Geltung kommen – sonst rast sie gerne an einer Drohne übers Gebirge.

Als deutsche Synchronstimme haben sie dem ehemaligen Bud-Spencer-Buddy eine angekränkelte Apothekerwerbestimme unterlegt. Der Hairstylist versucht Hills Resthaar sorgfältig und gerecht über den leeren Scheitel zu verteilen.

Die Serie spielt aus Gründen der Tourismus-Werbung in Innichen in Südtirol. Dafür gibt’s auch mal einen Satz im Tiroler Dialekt.

Die Gemeinde ist besiedelt von mickrigen Figuren und Schicksalen, die nicht gerade gelaufen sind. Die Polizei ist im Gebäude der Forstwächter einquartiert, damit Konflikte angedeutet werden können.

Ein neuer Polizeikommisar, der die Raumspanne nach Süditalien ausdehnt, ist aus Neapel eingetroffen, wohin er mit seiner Marcella skypt.

Die Autoren haben sich außerdem eine diffuse Gemengelage zwischen Tier- und Menschenmedizin ausgedacht, indem es im Dorf offenbar nur eine Veterinärin gibt.

Die Inszenierung ist holterdiepolter; nicht lange grübeln, in die Szene marschieren, Text abliefern und die schönen Frauen vorher perfekt schminken – und den Terence Hill sauber bräunen … und Fels und Pferd und Wolf, Förster hoch zu Pferd und zweifelhafte Menschenfiguren, Natur, Bergsee, Hütte und illegale Hund-Wolf-Kämpfe dazu der neue Kommissar mit Heuschnupfen und roten Flecken.

Hill ist nur noch ein Schatten seiner selbst, im Vergleich zu den Bud-Spencer-Filmen; er sieht frustriert aus, in sein Gesicht haben sich wenig glückliche Furchen eingegraben. Die deutsche Synchro dieser Wildererschmonzette mit dem einschläfernden Musikscore (zähflüssige Sauce) ist billig und lieblos, die Figuren nach ungenauen Schablonen flüchtig gestanzt.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers.

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