Ostwind 3: Aufbruch nach Ora

Abschied nehmen.

Irgendwann ist die Zeit des Coming of Age vorbei, ist aus dem Mädchen Mika (Hanna Binke) eine selbstbewusste, junge Frau geworden – mit Hilfe der Beziehung zum anfangs schwierigen Pferd Ostwind und mit dem schönen Nebeneffekt, dass aus Omas (Cornelia Froboess) verlottertem Reitstall ein florierendes Therapiezentrum für gestörte Reiterinnen und Reiter geworden ist (immer liegt es an den Pferden).

Es stellt sich eine Beruhigung der Lage ein. Aber die pferdesensible Mika merkt, dass Ostwind etwas fehlt, dass Ostwind nicht glücklich ist.

Herr Khan (Tilo Prückner) kann den richtigen Tipp geben. Der führt dazu, dass Mika sich auf den Weg nach Andalusien macht, wo Ostwind herkommt, nach Ora. Ohne es zu wissen, aber sicher intuitiv, bereitet sie damit den Abschied von dieser Lebensphase und der Beziehung zu Ostwind vor.

Bis es soweit ist, wird sie Nicolette Krebitz in der großartig naturnahen Rolle der ‚Schläferin‘ Tara kennenlernen, die sich mit Pferden in eine einzigartig einsame Landschaft in Andalusien zurückgezogen hat.

Und sie wird sich mit Jungtalent Lea van Acken als Samantha anfreunden, die auf dem Pferdegut des Bruders von Tara, von Pedro (Thomas Sarbacher), arbeitet. Sie wird mit weiteren Mitaktivisten einen groben Fehler von Pedro wiedergutmachen, der die Quelle für die Wildpferde an einen weltweiten Wasserverramschkonzern verkauft hat, indem sie über Nacht ein andalusisches Kulturgut, das Pferderennen von Ora, wiederaufleben lassen.

Die Story von Lea Schmidbauer ist dünn gewoben. Das macht Regisseurin Katja von Garnier mehr als wett, indem sie organisch und mit einfühlsamer Regie erzählt mit einem wunderbaren Ensemble an Schauspielern und im erhabenen Licht und der eigenen Atmosphäre Andalusiens mit Bildern, die in manchen Momenten einen Hauch Erinnerung an die Mexiko-Fragmente von Sergej Eisenstein aufkommen lassen.

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