Code of Survival

Mit diesem Film gibt Betram Verhaag (Der Bauer und sein Prinz), der mit Eva Linke auch das Drehbuch geschrieben hat, in Voice-Over ein ganz persönliches Statement und Votum für die biologisch-dynamische Landwirtschaft ab.

Dazu nimmt er uns mit auf eine kleine Welt- und Ernährungsreise, die immer zwischen den Extremen Gentech-Agrikultur und Demeteranbau hin- und herspringt. Das wirkt wie ein Sidekick zu Bauer Unser, der sich mehr im Mittelfeld der unterschiedlichen Landwirtschaftsmethoden tummelt.

Die Bösen, das sind die Benutzer gentechnisch veränderten Saatgutes, das resistent gegen Herbizide ist, die Guten, das sind die Leute, die streng nach Demeter-Richtlinien Landwirtschaft betreiben.

Also Cover-Girl darf die in Ernährungs- und Weltverbesserungsfilmen häufig anzutreffende Jane Goodall ein paar traurige und auch aufmunternde Worte sprechen.

In den USA begegnet Verhaag den Sündern, die voll in den kapitalistischen Kreislauf der Pharmaindustrie hineingeraten sind, die teures Saatgut und Herbizide kaufen müssen, um mit riesigen Maschinen ihre Äcker zu bearbeiten und zu spritzen, gar mit dem Flugzeug, um die Investitionen zu amortisieren.

Das kann zu Resistenz führen, auch so einen Fall hat Verhaag ausgemacht, da ist alles dörr auf den Feldern und nur das Teufelsunkraut wächst, dem die Herbizide nichts anhaben können, wodurch der Bauer immer mehr verschiedenartige Herbizide einsetzen muss.

Verhaag trifft auch einen munteren Gentech-Farmer, der rotbackig und gesund ausschaut und sagt, das sind halt die Entwicklungen, heute ist die Ernte mit viel weniger Personal viel größer und er mag seinen gentechnisch veränderten Mais und isst ihn. Er möchte seine Landwirtschaft an seine Kinder weitervererben.

In den USA trifft Verhaag allerdings auch auf einen Berater, der mit gegensätzlichen Zahlen und Erkenntnissen aufwartet, dass das Vieh bei der Wahl zwischen gentechnisch verändertem und natürlich gewachsenem Futter letzteres bevorzuge; die Braunkühe, die sich um ihn scharen, die schauen zufrieden aus.

In Ägypten besucht Verhaag die Sekem-Gemeinschaft, die aus ähnlichen Filmen schon bekannt ist und die vom Preisträger des alternativen Nobelpreises Ibrahim Abouleish gegründet wurde. Sie ist erfolgreich in der Erzeugung und überwiegend lokalen Vermarktung von biologischem Gemüse und Früchten. Sohn Helmy erzählt davon, dass die Gemeinschaft auch Schulen gründet, dass das Ziel sei, ganz Ägypten biologisch zu ernähren.

Später nimmt Helmy uns mit in eine Neugründung in der libyschen Wüste. Dort entsteht eine Oase dank Grundwasser aus dem nubischen Becken.

In Indien gibt es Einblicke in die Demeter-Teeplantage Ambootia Tea Estates.
Dort trifft Verhaag den Chefeinkäufer der Stiftung Lebensbaum, der ganz begeistert ist vom Darjeeling-Tee, der hier unter idealen Bedingungen gedeiht. Auch diese Plantage zeichnet sich durch soziale Fürsorge für ihre Mitarbeiter aus und durch das Betreiben von Schulen.

In Indien darf in einem solchen Filmen die bekannte alternative Nobelpreisträgerin Vandana Shiva nicht fehlen.

Anschaulich zeigen Bodenproben, was der Unterschied zwischen einem gesunden und einem durch Herbizide zestörten Boden ist. Das bedarf keiner weiteren Erklärung.

Wieder zuhause in Bayern gibt’s noch einen Besuch beim alternativen Schweinebauern, der inzwischen Veganer ist, Franz Ankofer.

Der Film zeichnet sich durch angenehme Non-Aggressivität aus, spricht für sich und gibt jedem, der sich mit Ernährung auseinandersetzt, Denkanstöße.

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