Keeper

Das ist pure Sinnlichkeit. Liebe mit 15. Pure Freude und pure Gedankenlosigkeit. Max und Mel. Sie lieben sich, weil die Natur es will. Sie küssen sich im Gebüsch. Blasen mag sie nicht, das findet sie eklig. Aber sie findet heraus, dass sie schwanger ist.

Blutjunge Liebe. im Kino wird sie meist von deutlich älteren Darstellern gespielt. Hier wirkt sie fast dokumentarisch echt. Das dürfte der Tradition der Gebrüder Dardenne geschuldet sein, diese Art fiktionaler Realismus, in welchem Guillaume Senez nach dem Drehbuch von David Lambert die Geschichte dieser Liebe, die bald schon ihre Unschuld verliert, erzählt als eine kleine Begebenheit, die ihm sozusagen über den Weg gelaufen ist, die ihm auf den Radar kam und die er nacherzählenswert findet.

Er hat sich für Darsteller entschieden, die schon als Kinderdarsteller Erfahrungen gesammelt haben, die immer wieder gespielt haben, die ihr eigenes Coming-of-Age fast 1:1 wiedergeben können, die wunderbaren Gefühle, Galatéa Bellugi als Mel und Kacey Mottet Klein als Maxime (Mit 17).

Warum soll der Mensch die Kinder nicht zeugen und bekommen, wenn er biologisch so weit ist? Die Frage schwirrt einem im Kopf herum. Warum werden bei uns die Mütter immer älter, 50 Jahre, 60 Jahr, ja 70 Jahre?

Klar, es geht darum, dem neuen Menschen ein Heim zu bieten. Die Probleme stellen sich schnell. Max ist naiv. Er hat ein bisschen Talent beim Fußball. Er hofft auf eine Karriere. Der Traum ist schnell skizziert vom erfolgreichen Torhüter, dem Keeper. Es ist sein Film. To keep or not to keep, das ist des Torhüters doppelte question.

Aber auch der reflexartige Verdacht von Max, ob das Kind überhaupt von ihm sei, sie seien schließlich nicht 24 Stunden am Tag zusammen.

Sein Vater ist Fußballtrainer. Max darf an einem Auswahltraining teilnehmen. Und wenn er bei einem Spiel nicht so gut ist und Fehler macht, hofft er, dass kein Scout da ist. Das Damoklesschwert der Scouts, die nur einmal kommen und nur ein Spiel anschauen. Aber Vater zu werden ist eine Aufregung und eine Ablenkung.

Senez bezieht die Eltern der werdenden Familie ein. Max lebt mit Mutter und einem kleinen Bruder. Sie ist konziliant und bejaht das Kind. Die Mutter von Mel, die als Verkäuferin arbeitet, möchte, dass Mel abtreibt, sie will nicht nochmal Windeln wechseln.

Es gibt auch eine Dokumentation über Schülerinnen als Mütter, Achtzehn, diese stammt von Cornelia Grünberg.

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