Bibi und Tina: Tohuwabohu total

Nach Bibi und Tina: Der Film und Bibi und Tina: Mädchen gegen Jungs beschäftigt sich der dritte Streich von Detlev Buck, der mit Bettina Börgerding auch das Drehbuch geschrieben hat, mit dem Flüchtlingsproblem.

Bibi (Lina Larissa Strahl), die immer noch zaubern kann, und ihre Busenfreundin Tina (Lisa-Marie Koroll) von der Burg Falkenstein, liegen faul am Flussufer und hoffen, dass sie sich nicht um die Fische kümmern müssen, sondern dass diese zu ihnen kommen.

Es sind aber ganz andere Fische, an die sie bei ihrem Heimritt zu Pferd geraten. Ein Flüchtlingsjunge, Aladin (Lea van Acken), die das wunderschön verschlossen und mit einer figurbedingt verängstigten Schnell- und Knappspreche spielt, ist auf der Flucht.

Als Herkunfstort fällt der Ortsname Raqqa; nachrichtenkundig macht es Klick bei uns: IS-Metropole in der syrisch-mesopotamischen Wüste. Und damit haben die Filmemacher schon eine Blendkerze gezündet. Haben im Zuschauer die Erwartung auf eine pfiffigere, schamlosere Antwort auf das gemütliche Willkommen bei den Hartmanns geschürt.

So weit kommt es allerdings nicht. Denn Aladin ist nicht Aladin und kommt nicht aus Raqqa. Was solls. Es wird doch eine Integrations-Desintegrationsgeschichte draus mit den typischen Detlev-Buck-Merkmalen der verständnisvollen, aufgeklärten Jugendarbeit und der Begeisterung fürs Kino mit quitschvergnügter Inszenierung und keinem falschen Respekt vor irgendwas, mit Songs zur Lage der Figuren, mit Culture Clash im geschützten Raum dieser Arbeit, mit karikaturhaften deutschen und auch ausländischen Erwachsenen mit eingeschränktem Handlungshorizont, mit Verfolgungsjagden von Autos, die über Stoppelfelder versuchen Pferde samt Reiter einzukreisen, mit einer Band aus Mali (der geneigte Filmeschauer hat Mali-Blues im Hinterkopf und ist nicht enttäuscht), mit einem Hirten, der das christliche Motive des Stalls mit Esel und Ochs in den Film einbringt und gleich zwei weitere, flüchtige Mitspieler dazu und später auch noch die Schafe und schließlich einem gaunerhaften Bauherren Trumpf (nicht Trump) der 911 auf einem seiner Container geschrieben hat und der versucht, den Schlossherrn von Falkenstein, Falko (Michael Maertens) reinzulegen.

Wobei die Erwachsenen ihren Hang zur Klamotte ungeniert ausleben. Musiktitel: „Ich bin ein Rockstar“, „Leben heißt Chaos“ oder „Kein Problem, wir sind die echten Orient-Machos“

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