The Hollars – Eine Wahnsinnsfamilie

Aufrichtig profund christliche Haltung zum Leben, zur Liebe, zur Familie und deren Zerwürfnis, zur Krankheit und Tod in ernsthafter Komödienform, US-Ostküstenformat, dargeboten in der Regie von John Krasinski nach dem Buch von James C. Strouse.

Die Haltung könnte fast anthroposophisch genannt werden: diese Gleichberechtigung im Leben von Glück und Unglück, von Trennung und Sehnsucht, von Heirat, Tod und Geburt. Den kirchlichen Akkord trägt an einer Stelle ein Harmonium bei.

Die Hollars, diese Wahnsinnsfamilie, wie der Titel marktschreierisch verspricht – dabei dürfte es sich um recht gut beobachtete und erstklassig dargestellte Durchschnittsverhältnisse handeln, das sind der Vater Don (Richard Jenkins), Mutter Sally (Margot Martindale), Söhne Ron (Sharlto Copley) und John (der Regisseur John Krasinski).

John ist verliebt und befreundet aber nicht verheiratet mit Rebecca und wohnt nicht in New York wie der Rest der Familie. Vater Don hat finanzielle Schwierigkeiten in seinem Geschäft und deshalb auch Sohn Ron entlassen. Dieser stalkt seine Ex Stacey (Ashley Dyke), die mit den beiden Töchterchen mit dem Pfarrer (Josh Groban) abgehauen ist. Aber Ron kann nicht von ihr lassen.

Das zentrale Malheur in der Familie ist der Tumor der Mutter, der schon seit einigen Jahren gewachsen sein muss, und die bevorstehende Operation. Diese führt die Familie am Krankenbett zusammen in Erwartung der Operation. Ein zackig-knapp sich ausdrückender Asiate als Arzt Dr. Fong (Radall Park) soll das Vertrauen in die Operation herstellen. Gleichzeitig erfährt Rebecca, dass sie nicht nur ein Kind, sondern Zwillinge erwartet.

Die Operation und die Folgen sind der Kulminationspunkt des Filmes, vor welchem die Familie vorsichtshalber die Patientin für ein „letztes Mahl“ in den Ausgang entführt. Vorsichtshalber stimmt die Familie schon mal den humoristischen Abschiedssong „I went to the doctor“ an.

Komödie als harte, menschliche Arbeit mit steter Konversation. Sie entwirft das Bild einer amerikanischen Mittelklasse, die sich im Spital ein schönes Einzelzimmer leisten kann. Die Musik nimmt die Haltung einer leicht dahersprudelnden Erzählung ein. Ein Tumorfilm ohne Bedröppeltheit aber mit Humor. Egal, was passiert, Bedröppeltheit ist nicht unser Ding. Nicht doch christlich?

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