Erfolgreicher Designer auf selbstdokumentarischer Glückssuche.
Er ist ein begabter Formen- und Buchstabenspieler, ein Designer; er macht Objekte und Performances, die Sätze zum Thema Glück als dekorative Texte illustrieren. Er kommt aus geborgenem Elternhaus, ist Konflikte nicht gewohnt und weicht ihnen aus. Er ist erfolgreich in New York, heimst Preise ein, hält Vorträge. Er kann Frauen haben. Aber er heiratet nicht. Er scheint ein Egomane, ein Egoist, ein Egozentriker zu sein.
So legt Stefan Sagmeister als Protagonist und Regisseur auch seinen Film an, mithilfe eines Koregisseurs, Ben Nabors. Er will sich selber und sein Glück peinlich genau beobachten. Vielleicht ist ja gerade seine Unfähigkeit zu partnerschaftlichem Glück seine Design-Stärke, seine Fähigkeit zu systematisieren gegen das fehlende Einfühlungsvermögen. Vielleicht belegt der Film nur diese Diskrepanz. Dass er alles immer im Modus des Designs lösen will.
Seine zu Beginn gefasste Idee ist die mit den Tausenden von Luftballons, die ihn in die Höhe tragen sollen und auf denen das Wort Ende geschrieben steht. Es wird von ihm nur ein entsetzliches Zappeln zu sehen sein. So wie dieser Film. Den hat er vom unbekannten Ende her gedacht, graphisch, dass sich inhaltlich so gar nichts tut, wäre da vielleicht einem Psychologen schon ablesbar gewesen.
Jedenfalls hat es Jahre gedauert, bis es soweit war. Ein Ko-Regisseur Ben Nabors ist inzwischen an einer schweren Krankheit gestorben. Auch diese Trauerfeier muss in den Film und die betroffenen Gesichter dazu.
Außerdem verspricht Sagmeister im Anspann, einen unangenehmen Film zu machen; es ist auch unangenehm, in so eine Ego-eitle-Psyche Einblick zu erhalten. Da tut sich gar nichts. Warum ist er nicht zufrieden, wo er doch so erfolgreich ist? Will er nicht akzeptieren, dass er allein ist?
Das sind nicht die Fragen, die die Therapeuten, zu denen er geht, ihm stellen.
Er kapitelt drei Punkte, die er auf dem Weg seiner Glückssuche durchgeht. Erst meditiert er in exotischem Setting. Dann besucht er Psychiater und schließlich lässt er sich Medikamente verschreiben und verliebt sich im Medikamentenrausch in Veza, die sich dazu hergibt, sich hier ablichen zu lassen. Ach, das ist alles so private, ungewaschene Wäsche.
Immerhin der Film belegt aufs Traurigste den Kalauer vom Widerspruch zwischen Sein und Design, dass dieser wohl unüberbrückbar ist. Derweil fährt Sagmeister mit seiner Happy-Show in der Ausstellungwelt einen Riesenerfolg ein. Den wage ich diesem Film nicht zu prognostizieren.