Pistenzauber (Kurzfilm)

Die Kunst des Kurzfilmes. In zwanzig Minuten etwas erzählen, das aufschlussreich ist, das man rekapitulieren kann, das zu schauen Vergnügen bereitet.

Das ist Korbinian Dufter hier ganz gut gelungen (er hat dafür den Shocking Shorts Award 2016 gewonnen).

Dufter nimmt mit seiner schwarzen Komödie auf weißer Piste in dunkler Nacht den Skizirkus auf die Schippe, resp. dieser geht bei ihm von der Schippe. Er zeichnet ihn als das absurde Ineinandergreifen eines Räderwerkes aus lauter indivduellen, nicht synchronisierten Rädern mit eigenen Zielen – Assozitation: Tinguely-Maschine – aus den Bedürfnissen Yoga und Skifahren, Ficken und Blasen, Pistenraupenvorschriften und knarzende Kette, Schredder und Selbstanzeige, aus bunten Bällen auf der Piste, Erste-Hilfe-Kurs, Disko, Anmache und Lächerlichmachung durch Liebesbriefe.

Nur das Rad der alpen- und menschenvernichtenden Ski- und Tourismus-Industrie, der Investoren, der Geldmacher, das dreht sich rücksichts- und gnadenlos, planiert mit der Pistenraupe alles andere unter sein Ziel des Geschäfts, schaufelt wie ein großes Zahnrad (der Seilbahn) unaufhörlich sich drehend den Gewinn herbei.

Super geschrieben, super inszeniert, super gespielt und last not least, super gefimt von Tim Kuhn, mit dem die aktuelle Ausgabe von Kameramann, Bild, Ton & Schnitt ein Interview führt.

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