Vier werden Eltern (DVD)

Wie habt Ihrs denn gemacht?

Das ist just die am schnellsten auf der Zunge liegende Frage, wie nämlich Kinder von einem lesbischen und einem schwulen Paar zustande kommen. Die finden die Protagonisten dieser familiär persönlichen Dokumentation von Eva Maschke am Uninteressantesten, gehen kaum drauf ein. Denn darauf kommt es nun wirklich nicht an.

Entscheidend ist die Liebe und die Hingabe der Eltern, wenn das in diesem Falle auch technisch wie auch juristisch alles etwas komplizierter ist. Aber gibt es nicht genügend Kinder, die auch mit getrennt lebenden Eltern auskommen müssen? Moderne Lebensweisen.

Eva Maschke ist aus verwandtschaftlichen Gründen einer solchen Familie („Verknüpfung von vier Leben über Kinderwunsch“) begegnet. Sie ist die Tante oder anfangs nicht die richtige Tante. Denn ihr Bruder Thomas ist nur Lukas‘ (“Lukas, das Ergebnis eines Zusammenschlusses von vier Menschen“) halber Vater. Thomas lebt mit Sebastian zusammen. Und Josefin lebt mit Cindy zusammen. Beide Paare hatten den Wunsch nach Kindern. Beide Paare wohnen in Berlin in getrennten Wohnungen. Zwei unabhängige Paar müssen ihren Alltag aufeinander abstimmen. Die Paare sind wie Satelliten, nur der Kinder wegen kreuzen sich ihre Bahn.

Wie das erste Kind, Lukas, etwa zwei Jahre alt war, hat die Tante und Filmemacherin etwa ein Jahr lang diese moderne Familie begleitet und einen intimen Bericht daraus gemacht, der zeigt, dass hier exakt die gleichen Probleme zu bewältigen sind wie in jeder anderen Familie auch, vor allem Organisationsprobleme, wer schaut wann zum Kind.

Auch die Finanzierungsprobleme und später, wie noch Helene als zweites Kind dazu kommt, wollen sie die Sorgerechtsprobleme diskutieren und klären.

Bisher läuft es zwischen den beiden Eltern-Paaren gut. Sie scheinen sich zu verstehen, achten darauf, einmal die Woche als Großfamilie gemeinsam zu kochen. Die Kinder gedeihen wie andere Kinder auch. Angst haben die Eltern allerdings davor, dass sie später gehänselt werden könnten. Dagegen dürfte ihr rationaler Familienzusammenhalt ein guter Wundheiler sein.

Wobei die Frage im Raum steht, ob nicht gerade die rationale Verabredung der beiden Paare möglicherweise eine bessere Fundierung für die Solidität ist, als wenn alles nur über die Emotion ginge. So wird es jedenfalls gerne von der Vernunftheirat behauptet.

Sicher ist auch, dass sie ihr Modell für den Film als gut und attraktiv verkaufen wollen; und doch verhehlen sie nicht, dass es innerhalb der Paare Auseinandersetzungen gegeben hat. Die Mutter des Mädchens schaut mit Bangen dem Moment entgegen, an dem sie ihre Helene das erste Mal für ein oder zwei Tage den Männern überlassen wird; weil die Bindung einer Mutter zu einem leiblichen Kind eben doch etwas ganz Besonderes ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert