Schubert in Love

Wettstreit der Ahnungslosigkeiten.

Kinoahnungslose Fernsehredakteure vom MDR und von ARD Degeto, die sich von unseren Zwangsgebührengeldern bezahlen lassen, finanzieren mit diesem Geld ein kinoahnungsloses Drehbuch von einem kinoahnungslosen Kabarettisten/Fernsehkomiker. So doppelt sich denn die an sich sympathische Ahungslosigkeit der Olaf-Schubert-Figur, die Olaf Schubert spielt, mit dem verheerenden Effekt eines als Ladenhüter geborenen Kinofilmes.

Vielleicht wäre es ja angegangen, wenn Schubert wirklich sein Ding durchgezogen hätte – Kinoahnungslosigkeit und Kinonaivität muss nicht prinzipiell die Kinopleite bedeuten – aber vermutlich glaubten weitere Halbkompetente, am Drehbuch von Schubert mitwerkeln zu müssen, ein Stephan Ludwig, ein Fernsehdrehbuchschreiberling, sowie der Gebrauchsregisseur Lars Büchel und bestimmt auch inkompetente Fernsehredakteure, die von uns mittels Zwangsgebühren bezahlt werden, und die den Job missverstehen als Auftrag, Inkompetenz auf die Leinwand zu bringen.

So bekommen wir es denn mit einer durch den Fleischwolf gedrehten Drehbuchahnungslosigkeit zu tun. Während der reine Schubert womöglich, aber dann muss er das Geld woanders auftreiben, wo man ihn denn machen ließe, ein viel ansprechenderes Produkt zustande gebracht haben würde. Hier jedoch gilt: Fernsehförderung ist Kinoerfolgsverhinderungsgarantie. Und das mit unseren Zwangsgebührengeldern.

Dass die empathierweckende, vom Leben, vom Glück, von der Schönheit, von der Männlichkeit und den Talenten her vernachlässigte Figur (Nudeln mit Sausse hat er sich selbst ausgedacht) als Prototyp des Abgehängten faktisch als von der ganzen Menschheitskulturgeschichte beginnend mit Jesus über Spartakus bis zum Komponisten gleichen Namens, abstammend bezeichnet, ist schon bedenkenswert.

Dass sein Vater (Mario Adorf) eine Fortsetzung des Geschlechtes vom einzigen noch vorhandenen Sohn wünscht, ist plausibel und dass sich aus der Figurbeschreibung von Schubert, der ein Tüftler-, Musical-möchte-gern-Schreiber („Der letzte Löffel“) und Iltishalter ist, kinotaugliche Komplikationen ergeben und auch die Geschichte mit einer seiner Klientinnen vom Sozialamt (Marie Leuenberger), die im Labor Tierversuche macht; egal wie haarsträubend – könnte ja funktionieren – theoretisch.

Dass der Humor allerdings wie unter einer 50-er-Jahre Käseglocke stehen geblieben ist, das ist schon bedenklicher, das mag heute noch im Fernsehen funktionieren, bei den Pflegefällen, bei denen die Kiste immer an ist und die nicht wegzappen können.

Dass es meines Erachtens nicht funktioniert, liegt an übermäßigem Dreingequatsche ins Drehbuch und daraus entstandener schlechter Arbeit und an mangelndem Tempo- und Rhythmusgefühl der Regie von Lars Büchel, Mängel, mit denen der müde Schnitt noch wetteifert; wodurch eher ein Baumarktkino entsteht – jeder glaubt, er ist ein Heimwerker.

Die Mimen-Vollprofis Adorf und Leuenberger schlagen sich tapfer; die kleinen Chargen wurden lieblos als solche vernachlässigt. Dass Schubert die Stotterkomödie in ein Melodram abgleiten lässt, zeigt rührend seine aufrichtige Kinobemühung.

Rote Karte des Zwangsgebührenzahlers!

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