Salt and Fire

Mir gefallen die zwei merk-würdigen, deutschen Kakteen (Werner Herzog und Veronika Ferres) die sich im Hochland Boliviens auf einem Salzsee im Angesicht des furchterregenden, immer noch wachsenden Vulkans Uturuncu vom alltäglich legalistisch-rechthaberischen Kleinklein in Deutschland verabsentieren und sich dort mit 2 erblindenden Inkaknaben dem Mensch-ärgere-dich-Spiel hingeben und sich grundsätzlicher, menschheits- und natugeschichtlicher Philosophiererei widmen.

Werner Herzog ist der Filmemacher, der Regisseur, der auch das Drehbuch nach der Kurzgeschichte „Aral“ von Tom Bissell geschrieben hat. Dass er den Film vom Aralsee an den Salar de Uyuni in Bolivien verlegt hat, hängt mit der Unkalkulierbarkeit von Produktionsrisiken und -hindernissen in Kasachstan des immer waghalsigen Werner Herzog zusammen, so ist im Presseheft zu lesen.

Die Hauptrolle der Fau Professor Lura Sommerfeld spielt Veronika Ferres, die ihre Karriere nicht weniger stur und unbeirrbar angeht als Werner Herzog seinen Weg geht. Da haben sich zwei zum Ausbrüten eines Dinosaurier-Eies zusammengefunden.

Mit einer halbstündigen Schlaufe beginnt Herzog seinen Film. Sommerfeld soll mit den Kollegen Dr. Cavani (Gael Garcia Bernal) und Dr. Meer (Volker Michalowski) als UN-Delegation die Schäden einer Chemiekatatsrophe, des Dublo Blanco Desasters, eines weltweit operierenden Konzerns mit CEO Matt Riley (Michael Shannon) untersuchen und beziffern.

Stattdessen findet sich die Gruppe als Geiseln einer unbekannten Organisation. Die Herzog-Keule will bald schon ins Extrem vorstoßen nach gewaltigen Bildern eines Zweierkonvois wüstengängiger Fahrzeuge über den riesigen Salzsee in Richtung eines Erdhügels, einer Art Insel mittendrin.

Hier stehen einsame Kakteen, pfeilerförmig in die Luft ragend, einzelkämpferisch als schöne Symbole für unsere beiden deutschen Monolithen, die ein paar Dinge hinter dem internationalen Zahlenwerk zu den Schäden der Katastrophe ausloten wollen.

Robinsonade in der Salzwüste unter unendlichem Sternenhinmel, dem idealen Landeplatz für Aliens (und Herzogs galliger Humor erfindet auch gleich den Köder für sie) und dem Matthias-Claudius-Lied vom Mond, der aufgegangen ist, der bei so einer Konstellation nicht an sich halten kann und über der Salzwüste erscheint.

Oder: Veronika Ferres in einer Werner-Herzog-Robinsonade mit zwei erblindenden Inkakindern auf Insel im Salzsee beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielen.

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