Onbashira (Inernet)

Tollkühne Männer auf rasenden Baumstämmen.

Hier dokumentieren Anton Poggio und Danile Strombach Brusen und rasant geschnitten von Mario Hirasaka einen religiösen, japanischen Brauch mit hohem Risiko für einige Teilnehmer. Die japanischen Texte sind mit englischen Untertiteln versehen.

Nelson Babin-Coy ist der englisch sprechende Moderator mit dem gewinnenden Lachen, ist dabei, wie Onbashira vorbereitet wird und begleitet uns durch den Volksbrauch, der sich inzwischen zum Megaevent ausgewachsen hat wie bei uns vielleicht das Rennen an der Streif wie im Film Streif: One Hell of a Ride.

Beim Onbashira, das nur alle sechs Jahre zelebriert wird, geht es darum, tonnenschwere Baumstämme aus einem hügeligen Bergwald hinunter ins Tal, in die Stadt Suwa zu bugsieren bis zu einem Shinto-Schrein, wo sie, ähnlich wie bei uns die Maibäume, aufgestellt werden für die nächsten sechs Jahre.

Die Zeit bis zum nächsten Onbashira in sechs Jahren wird genutzt als Vorbereitung, bestimmt das Leben der beteiligten Gruppen und Akteure, die beim Ereignis in unterschiedlich bunten Kostümen auftreten.

Es gibt begleitende und Rhyhtmus anstimmende Gesangsgruppen. Es gibt Leute, die die Stämme schieben und solche, die sie an starken Seilen ziehen und es gibt die tollkühnen Männer, die für das steilste Stück, über das der Stamm wie ein Geschoss runtersausen wird, sich vorne drauf hocken und unter Lebensgefahr mitrasen und abgeworfen werden durch die Drehungen und um ihr Leben sich wegkugeln müssen, um unten schnell wieder drauf zu steigen und zu Volkshelden zu werden.

Ein tollkühner Brauch. Immer wieder zahlen Teilnehmer mit dem Leben dafür. Sie werden auf einem eigenen Friedhof begraben. Nach der mörderischen Steilfahrt gibt es einen Monat Pause. Dann werden die Stämme unter millionenfacher Anteilnahme von Publikum und Medien die restlichen Kilometer durch die City zum Schrein gezogen und mit gegen einem Dutzend Männer, die wie ein Schwarm Bienen an der Spitze kleben, aufgestellt.

Die Baumstämme werden an eigens hergestellten Seilen mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern gezogen. Ein Shinto-Priester gibt vorher den Segen, schüttet Sake drüber und streut Salz.

Als Extras gibt es drei temporeiche, instruktive Kurzdokus: einen aufregenden Schnellkurs als Einführung in die Ninja-Kampfkunst und Vorstellung einiger ihrer Waffen, einen kleinen Bericht über die Anpflanzung von Wasabi und den Kältefaktor und schließlich das Brauen von Sake aus Reis-Malz und die Info darüber, was Mozart damit zu tun hat.

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