Ob ich als Kind mich für so eine Sendung im sterbenslangweiligen Erwachsenenmodus zum prickelnden Thema Tod begeistern könnte? So sicher bin ich mir nicht.
Wobei der Tod die privateste, selbst den Staat – und damit auch den öffentlich-rechtlichen Zwangsgebührenfunk – negierende Angelegenheit ist. Wieso soll da ein öffentlich-rechtlicher Sender sich hier reinwagen? Sicher, jeder Mensch erlebt den Tod anders, erlebt zu einem anderen Zeitpunkt das erste Mal den Tod; das ist eine sehr persönliche Sache (muss alles und das letzte Persönliche durch den öffentlichen Fleischwolf gedreht werden?) und wirkt von so einem Moderator präsentiert, der sich selbst nicht sicher ist und das Thema mit einer Routine wegbehandeln möchte, nicht gerade erhellend.
Kinderfreundlich sind die Särge aus Ghana oder allenfalls ist ein richtig Toter als Phänomen interessant, so wie Kinder sich mit großer Neugier mit toten Tieren beschäftigen.
Aber es scheint, dass sich der Moderator weder in die Kindersituation noch so richtig in die Situation der Hinterbliebenen (Waisen- oder Halbwaisen in einer speziellen Krippe) oder derjenigen, die den Tod erwarten (im Hospiz) hineinversetzen kann. Redaktion: Birigtta Kaßeckert, Anna Schreiber. Und das morgens in der Früh um 8.00!
Der Moderator findet es krass, er findet einen toten Menschen krass – ach was, das Leben ist krass, was die Menschen einander antun im Leben, das ist doch krass – und um das zu entkrassen braucht es die Demokratie und dazu sollten die öffentlich-rechtlichen Sender da sein, doch nicht um einen Toten krass zu finden, sorry, da checkt der selbsternannte Checker nicht grad viel („Das merkt man krass, das Blut zirkuliert nicht mehr“).
Die Gernstl-Sendung vom 25. Dezember 2016, die wird das etwas zurechtrücken.