Liebe, Paarung, Heirat, Beziehung sind asymmetrische Angelegenheiten. In der Komödie darf es ruhig symmetrischer sein. Ja, ja, nein, nein, nein, nein, ja, ja.
Die Drehbuchautoren Andrew Jay Cohen und Brendan O’brian (Bad Neighbours und Bad Neighbours 2) haben sich auf Symmetrie beschränkt – möglicherweise aus arbeitsökonomischen Gründen, aber auch weil Doppelung nicht erst seit dem doppelten Lottchen ihren Reiz haben, wobei es hier wiederum nicht so weit getrieben wird.
In der Inszenierung von Jake Szymanski suchen die Gebrüder Stangl, Zac Efron als Dave und Adam Devine als Mike, für die Hochzeit ihrer Püppchenstimmenschwester Jeanie, Sugar Lin Bird, mit Eric, Sam Richardson, zwei Frauen, mit denen sie als Begleiterinnen auftreten können, um nicht solo herumstehen zu müssen.
Das Angebot, das sie im Fernsehen bei Wendys Show machen, ist attraktiv, da es sich um eine Hawaii-Reise handelt, Flug, Hotel, Verpflegung inklusive.
Die beiden Freundinnen Alice, Anna Kendrick und Tatiana, Aubrey Plaza, sind in einem Stimmungstief. Alice sieht sich „shitfaced“, weil ihr Bräutigam sie bei der Trauung mit einem „Nein“ hat dumm aussehen lassen, Hochzeitsfilm eben, sie sucht jetzt das Abenteuer als ‚“Entrepreneurin“.
Die beiden Freundinnen sehen die Show, lauern den beiden Brüdern auf mit einer tolldreisten Aktion. Alice lässt sich von einem Auto anfahren und geht mit Überrollsalto zu Boden. Früher pflegten Frauen in Ohmacht zu fallen nachdem sie um ein Reichfläschchen gebeten haben, um Aufmerksamkeit zu erwecken.
Mike, dem die Aktion gilt, geht mit Mund-zu-Mund-Beamtung gleich zur Sache und ist überglücklich. Nach einer halben Stunde Intro fliegt eine große Gesellschaft nach Hawaii.
Hier führt der erste Akt zur Generalprobe für die Hochzeit. Der zweite sollte die Hochzeit sein. Aber die beiden Brüder gelten als chronische Ruinierer und die beiden Frauen, Alice hat auch noch den Job verloren, sind ihre symmetrischen Pendants auf der weiblichen Seite. Somit ist Trubel programmiert und hinterlistige Aktionen vor allem der weiblichen Seite, die die Braut von ihrem langweiligen Bräutigam abbringen sollen.
Das geht von der heftigen Massage durch einen Pferdeschwanzmasseur bis zur Verabreichung von Ecstasy an die Braut mit anschließender Gestütsbefreiung und auch eine nicht genehme Nichte lässt sich mit Alice erwischen, sich von ihr in der Sauna fingern lassend gegen Freikarten für ein Popkonzert.
Es ist eine leicht gereiftere Jungend von leicht gereifteren Komödiendarstellern, die gut im Saft sind und nicht mehr um ihr Überleben kämpfen müssen, die die Gags und den Ulk mit Nonchalence hinlegen auf dem Weg zu einer gewissen Komödienroutine genau so wie ihre Autoren.
Es sind keine gebrochenen Charaktere, es sind Well-up-People, es sind keine Minderheiten, solche sind bestenfalls ein Thema; sie haben Probleme, schaffen sie sich selbst und stolpern irgendwie wieder daraus heraus, hier dann mit großen Selbsterkenntnis- und Selbstbezichtigungsarien, auch diese symmetrisch geschrieben, inszeniert und gespielt. Und dann nochmal die Zügel angezogen und schnell die Hochzeit und alles zum glücklichen Ende gebracht, um in der Asymmetrie der Ehe zu landen.