El Viaje

Spannend, informativ, unprätentiös ist dieses Roadmovie nach Chile und zu seiner Musik, seinen Städten, seiner Landschaft, seiner Geschichte von Nahuel Lopez, begleitet von der hellwachen Kamera von Florian Kirchler und unter Konzeptmitwirkung von Oliver Keidel.

Das Konzept ist folgendes: der chilebürtige, deutsche Musiker Rod Gonzalez von der Band „Die Ärzte“ fährt in seine Heimat zurück, um dort die Musikszene kennenzulernen. Er selbst musste mit 6 Jahren mit seinen Eltern vor der Pinochetdiktatur fliehen. Die Familie ist zufälligerweise in Hamburg gelandet.

Anknüpfungspunkt für die Reise ist ein chilenischer Musiker, Macha, den Rod in Berlin kennengelernt hat und den er nun in Chile aufsucht. Macha gibt ihm den Tipp mit Camila Morena, einer der zur Zeit bekanntesten Sängerinnen Lateinamerikas. Sie gibt ihm den nächsten Tipp.

Die Kapitel des Filmes sind nach den Namen der Künstler dieser Begegnungen benannt, kurzer graphischer Stopp, eine graphisches Künstlerportrait und dessen Name.

Bei den Begegnungen nimmt sich Rod Zeit für Gespräche bei einem Glas Wein, bei einem Spaziergang und von jedem Künstler und jeder Künstlerin will er ein Musik- oder Gesangsstück aufnehmen.

Durch diese Gespräche und die Geschichte der Künstler unterschiedlichsten Alters oszilliert auch die Geschichte Chiles, die nach wie vor nur partiell aufgearbeitete Diktatur Chiles und der diskriminierende Umgang mit den Mapuche, den Nachfahren der Ureinwohner Chiles. So lernen wir den Lleu-Lleu-See kennen, dessen bewaldete Umgebung nur noch aus Kiefernplantagen bestehen, die die Lebensgrundlage der Mapuche gewaltsam zerstören oder wir erfahren von Protesten in Patagonien gegen eine rücksichtlose, heutige Neokolonialisierung oder begehen ein Fußballstadion, in welchem Pinochet die Gefangen zusammentreiben, verhören, foltern ließ.

Gleichzeitig erhalten wir Ansichten von Santiago zu sehen, von Valparaiso, San Antonio und Patagonien. Der Film bringt Begegnungen mit Macha, Camila Morena, Claudio Araya „Pajaro“, JM, Eduardo Carasco, Gaston Avila, Eduardo Yanez, Mauricio Castillo und vielen anderen und genügend lange Musikausschnitte, teils unterlegt mit weiteren Chileimpressionen.

Ein Statement aus demFilm: „jetzt haben wir jedenfalls einen nützlichen Film gemacht“. De acuerdo!

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