Schnell ermittelt (BR, Donnerstag, 4. August 2016, 20.15 Uhr und Freitag, 4. August 2016, 20.15 Uhr)

Zwei Fälle mit der Ermittlerin Schnell: „St. Margarete Laub“ und „Tamara Morgenstern“.

Aufgewärmte, leichte Sommerkost aus Österreich mit dem gewissen morbiden Wiener Schmäh. Die Kommissarin heißt vermutlich Schnell, weil sie so schnell spricht, es sprudelt förmlich aus ihr heraus und dann setzt sie noch eins drauf oder sie heißt Schnell, weil sie mit dem Pathologen Schnell verheiratet ist. Auf Ermittlungstour geht sie mit ihrem Kollegen Franitschek und beide stehen unter einer Art Supervision in ihrer Inspektion; offenbar ist nicht ganz klar, ob sie überhaupt zurechnungsfähig sind.

Die Schnippigkeit der Kommissarin, die immer recht gut gekleidet ist und tadelloses Make-Up aufgesetzt hat, was ihre großen, vorbehaltlosen Augen, die so tun, als seien sie ein Spiegel der Welt, noch besser zur Geltung bringt, die sagen, in was für einer Welt bin ich denn, mir soll keiner was und sowieso ist mit mir nicht in jedem Fall gut Kirschen essen, aber ich schau mir das schon an.

Im ersten Fall, St. Margarete Laub, gönnt sie sich den ermittlunstechnisch dringlich ratsamen Scherz, sich als Nonne zu verkleiden, um in diesem Milieu und dem großartigen Setting einer Kuranstalt, die Thomas Mann bestimmt zu literarischen Ergüssen animiert hätte, auf recht einfachem Weg den Mord an einer Nonne aufzuklären.

Im zweiten Fall, Tamara Morgenstern, begegnet sie bei der 20-jährigen Maturafeier nicht nur ihrem Schwarm von einst und muss feststellen, dass der an ihre dickste Freundin von damals gegangen ist, als Inspektorin hat sie den richtigen Riecher, dass eine Klassenkameradin damals bei der Maturafeier nicht durch Unfall, sondern durch Gewalt zu Tode gekommen sein muss. Auch der Fall klärt sich einfach.

Die Lebensmaxime auf der Inspektion ist die: wir haben ausgemacht, keine gute Laune bis Mittag! Die Primadonna und der Magnetpunkt fürs Auge ist Ursula Strauß als Angelika Schnell. Sie wird widerstandslos getragen von einem solide routinierten Ensemble und sie sorgt dafür, dass diese schnell produzierte Fernsehware, obwohl von 2010, durchaus im Sommerprogramm nochmal verwertet werden kann und bekömmlich wirkt wie gartenfrischer Salat.

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