Independence Day: Widerkehr

Von Kerala in Südindien über den Subkontinent und das Himalaya-Massiv bis Ulan Batoor sind es etwa 5000 Kilometer und von Teheran bis Shaanxi in China ebenso. 5000 Kilometer Durchmesser habe die Raumfähre, die jetzt die Welt angreift. Da kann es zwischen der Erdoberfläche und der Raumfährenunterfläche verdammt eng werden für fliehende Raumhopper, die inzwischen alltägliche Dienste zwischen Erde und Mond leisten, sie schauen dagegen aus wie Mücken, müssen in hohem Tempo artistische Kustflüge vollbringen, um nicht zerquetscht zu werden.

Solche Details handelt Roland Emmerich in seinem Sequel, zu dem er mit vier anderen Autoren auch das Drehbuch geschrieben hat, in Sekundenschnelle ab. Es ist ein menschenfreundliches Werk. Die Erzählposition ist die aus der Sicht der Menschheit, der Verteidiger gegen die Aliens. Die Menschen müssen also nicht sich selbst oder Superhelden bekämpfen oder zu solchen werden, sie haben es nicht mit dem Bösen, sondern nur mit Übergrößen zu tun. Das Menschliche unter sich bleibt überschaubar.

Gegen die erdrückende Übermacht der Aliens hat Emmerich eine Erfindung getätigt in diesem sonst nicht unbedingt erneuerungsfreudigen Film. Es ist eine Art Überraschungsei oder ein Ei des Kolumbus, was den Menschen den entscheidenden Beitrag zur Rettung vor den Angreifern leistet. Es kann auch sprechen und hat Eigenschaften, die das materiell Beschreibbare überschreiten.

Von den Menschen selbst pickt Emmerich verschiedene Cluster heraus, menschliche Miniaturen, Personen, die durch familäre oder berufliche Umstände verbandelt sind.

Ein Gruppe von Menschen um den amerikanischen Präsidenten, welcher eine Sie ist. Sie ziehen sich, wie die Katastrophe sich wie ein Tsunami nähert, ins Krisenzentrum in den Chayenne Bergen zurück. Aber nichts ist mehr sicher bei so einem gewaltigen Angriff.

Es gibt eine Leitzentrale für die Übersicht über und die Kommunikation mit den Kampfverbänden und den Raumstationen.

Es gibt eine Gruppe von Personal, das auf dem Mond stationiert ist und das die Raumfahrzeuge fahren kann, auch die bewaffneten.

Es gibt einen Piratenkutter auf hoher See, das ist das gröbere, ordinärere Humansegment (zu welchem später bei den Kämpfern noch eine Art wilder Sölnertruppe stößt), aber selbst die sind solidarisch nützlich.

Es gibt einen einsamen Fischer, der aber der Vater einer hohen Figur aus Washington ist. Er wird vom Tsunami in die Trümmer am Strand gespült. Diese Bilder erinnern an jene der letzten Tsunamikatastrophe in Asien. Dort greift ihn eine weitere Gruppe auf, das sind die ganz Jungen, die Teens, die in einem alten Amischlitten durch die Trümmer gondeln. Zu dieser Reisegruppe wird sich später noch eine banal kostümierte Schülergruppe samt ihrem gelben Schulbus gesellen, den der Alte steuern wird.

Die Relation macht den Reiz von vielen Bildern aus: hier der Schulbus in der Wüste, der aussieht wie ein Spielzeugauto, wenn die Riesenkrake sich nähert.

Emmerich inszeniert die Menschen greifbar, die Szenen nachvollziehbar, manchmal wirken sie fast ein bisschen gemütlich gegenüber den Massivauftritten anderer aktueller Blockbuster.

Emmerich überfordert den Zuschauer nicht, ermöglicht ihm, sich entspannt an den Katastrophen zu weiden, sich daran zu freuen, wie er sich freut, Spaß dabei zu haben, diese auf der Leinwand möglich zu machen. Spiel mit der mückenhaften Kleinheit der Menschen, und wie sie sich doch irgendwie zurechtbuddeln mit Cleverness. Dabei hat Emmerich immer die relative Kleinheit und Machtlosigkeit der Menschen im Auge angesichts eines undenkbar großen Weltalls und möglicher Lebewesen und Innvasoren von dorten, am gefährlichsten scheint die Königin. Und die deutsche Synchro ist recht akzeptabel.

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