Mali Blues (Filmfest München 2016)

Touristisch-musikalische Stippvisite in den Vielethnienstaat Mali, ins schwarzafrikanische Bamako.

In die Hauptstadt Bamako von Mali sind viele Musiker aus dem Norden, aus Timbuktu und Kidal vor den Islamistischen Terroristen geflohen.

Der Film von Lutz Gregor lässt sie miteinander improvisieren, von ihren Fluchtsituationen erzählen, von der Hoffnung auf die versöhnende Funktion von Musik, wobei der Rapper sich vom traditionellen Griot (traditionell königlicher Musiker) unterschieden wissen will, indem er sozialkritische Texte schreibt und singt.

Es gibt viel Musik, wogende Zuhöremassen oder vier Zuschauer auf harten Stühlen vor einem Fernseher im Freien. Die Themen der Musik sind die Einheit von Mali, die Befreiung vom Terror, afrikanisches Selbstbewusstsein, Problem des Frauseins und der Beschneidung von Frauen, Toleranz zwischen animistischen Religionen, dem Christentum und dem Islam als typisch für Mali, der Wunsch nach Bruderschaft, der Krieg und der Terror, Exil.

Ein Raptext fodert die Terroristen auf: erklär mit deinen Islam, den mit Vergewaltigung, Folter, Steinigung, Verbot von Musikinstrumenten und warum die Musik unrein sei, da sie sich doch für Frieden und Verständnis unter den Menschen einsetzt.

Die Statements der Musiker über ihren eigenen Weg, Flucht und Heimweh unterlegt Gregor mit einer Flut an malerisch aquarellhaften Mali-Impressionen von Landschaften und aus dem Alltag.

Kulinarisches Expeditionskino vor tragisch-politischem Hintergrund.

Besuch einer modernen Erfolgssängerin bei ihrer Mutter auf dem Land, von der sie das Talent hat. Ein Freitags-Gebets-Moschee-Besuch inklusive Sicherheitskontrollen. Interview mit einer namenlosen wichtigen Figur (wie in diesem Film alle Porträtierten und Interviewten anfänglich oder bis zum Abspann namenlos bleiben) in luxuriösem Ambiente, in dem jede Menge Kleinkinder auf vornehmen Sesseln herumtollen. Über das Instrument Ngoni. Radio Africa. Festival mit Schiff als Bühne. Fatous erstes Konzert in der Heimat.

Mit Fatoumata Diawara, Ahmed Ag Kaedi, Bassekou Kouyalé, Master Soumy.
Kamera Axel Schneppat.

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