El Clásico (Filmfest München 2016)

Eine Geschichte, die unglücklich ausgeht, das lässt der Anfang vermuten; dass sie es doch nicht tut, hat sie enormen dramaturgischen Kraftakten zu verdanken, die die Tücken des Alltags großzügig ignorieren, womit das Hauptproblem dieses an sich hübschen Roadmovies mit einem Schuss Irakdoku von Halkawt Mustafa, der mit Anders Fagerholt auch das Drehbuch geschrieben hat, benannt wäre.

Die Rückblende vor dem unglücklichen Moment fängt 5 Tage eher an. In einer Stadt im Irak. Zwei kleinwüchsige Brüder.

Alan, Wrya Achmed, betreibt ein Café, ist verliebt in die normalgroße Tochter Gona, Rozhin Sharifi, seines Geschäftsfreundes Mr. Jalal, Kamaran Raoof, spart eifrig und träumt davon, sie zu heiraten, ihr ein Haus zu bauen (schönes Modell mit Innenbeleuchtung) und darin zehn Kinder zu zeugen und aufzuziehen.

Shirwan, Dana Ahmes, ist mit einer kleinwüchsigen Lehrerin verheiratet, arbeitet bei Mr. Jalal als Holzuschuhmacher und bewohnt mit seiner Frau ein geräumiges Haus. Kinder will er keine.

Der künftige Schwigervater von Alan, der von seinem Glück noch nichts weiß, schenkt ihm ein Unterwäschewerbeplakat mit einem gut gewachsenen Model in modischem Slip, er solle es zuhause aufhängen.

Alan will das Fußballspiel Real-Madrid gegen Barcelona, den Clásico, in seinem Café übertragen; er gibt sich als Fußballfan aus, obwohl er keiner ist, um so schneller das Geld für das Haus zu verdienen und dem künftigen Schwiegervater zu imponieren.

Der Film macht gut Werbung für „Emirates“.

Alan traut sich, bei Mr. Jalal um die Hand von Gona anzuhalten. Nein, heißt es von diesem, Nein und wieder Nein. Jetzt muss Alan etwas erfinden, was Mr. Jalal Eindruck macht, ihn als ganzen Mann dastehen lässt. Diese Erfindung wird den Film in die Schublade jener Erfindungsfilme verweisen, wo zum Beispiel auch „Unterwegs mit Jacqueline“ anzutreffen sind: Erfindungen, die der Film, nicht aber das Leben schreibt; womit die gute Absicht, mittels so einer Geschichte etwas über das Zwergendasein oder das Leben im Irak zu erzählen, mitunter ernsthaft unterhöhlt wird.

Mustafa, der Filmemacher, erfindet also die Idee, dass Alan die Holzschuhe, die Mr. Jalal für den Fußballgott Rinaldo gemacht hat, diesem persönlich in Spanien überreichen möchte. Somit steckt er sich ein Ziel, was zu einer dramatischen Überdehnung, der in der Exposition gemachten Handlungsmöglichkeiten der Protagonisten führt.

So bleiben lediglich romantische Bilder der beiden Brüder auf dem mit den Fahnen der Fußballclubs geschmückten Quads im hellen Grün Iraks; die atmen den Duft von Abenteuer; wobei dieses in leidiger Kriegsmodalität zu bestehen sein wird.

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