Dog Eat Dog (Filmfest München 2016)

Alt Männer wollen spielen. Und ein bisschen Gerechtigkeit wünschen sie sich. Als Spielzeuge haben sie ihr Leben lang Waffen gehabt. Es sind Amerikaner. Hier sind Waffen so häufig wie in Deutschland warme Semmeln.

Für unsere Protagonisten sind Waffen ebenso das tägliche Brot. Lange, lange Knastkarrieren. Und dann mal wieder draußen. Und ein klein wenig Gerechtigkeit erhaschen, diesen kleinen bescheidenen Wunsch haben sie, sie, die Ausbünde von Gesetzesbrechern.

Paul Schrader erfüllt ihnen diesen Wunsch auf seine ernsthaft grinsende Weise und cineastisch hochelagant nach dem Drehbuch von Matthew Wilder, der den Roman von Edward Bunker zu Grundlage hatte:

Troy, Nicolas Cage, Mad Dog, Willem Dafoe und Diesel, Christopher Matthew Cook, sollen sich mit der Entführung eines Babys und der darauf basierenden Lösegeldforderung dieses kleine Stückchen Gerechtigkeit auf Erden beschaffen am Ende langer Gangster- und Knastkarrieren.

Allerdings sind sie offenbar so beschaffen, dass sie es eben nicht schaffen, dass die Umstände widrig sind und sich der Drehbuchautor sowieso einen Dreck um ihre Wünsche schert. Der kämpft mit dem Genre, versucht vielleicht, ihm ein Ende zu bereiten, denn nach der Perfektion kommt der Tod und Schrader cinematographiert die Geschichte perfekt.

Die Amis spielen diese Gangster als hätten sie nie etwas anderes getan. Sie haben es im Blut. Das ist ihnen nicht auszutreiben. Selbst den Dilettantismus dieser zum Verbrechen berufenen Typen bieten sie perfekt: allein wie deppert sie den Schriftzug Polizei auf ihr Auto geklebt haben mit den Schlangenlinien davor und dahinter.

Schrader setzt über die Bilder eine spottend und zu Trommelwirbeln wie aus der letzten Röhre röchelnde Tonspur und am Schluss noch Kirchenmusik, weil unglücklicherweise ein ehrwürdiger Pastor im falschen Augenblick mit seiner Gattin und seinem Auto und der Pistole neben dem Steuer am falschen Ort ist und damit Schrader Grund für eine feierlich getragene Musik für den Shootout gibt. Trotzdem dürfte das nicht der letzte Film des Genres gewesen sein, denn das Waffengeschäft läuft in den USA auf Hochtouren.

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