Camino a la Paz (Filmfest München 2016)

Sebastian und Jaz sind ein weiter nicht charakterisiertes, junges Paar in Argentinien, die dabei sind ein Haus zu besichtigen; Jaz ist nicht recht begeistert. Gleichzeitig bekommt Sebastian immer häufiger Fehlanrufe, die Fahrerservice verlangen. Er fängt an, die Verwechslung mit der Magellan Agency nicht als solche zu klären, sondern sie als Verdienstmöglichkeit zu nutzen und mit seinem PKW Kunden zu fahren.

Er gerät an Jalil aus Mendoza, einen Muslim. Der will seinen Bruder in Bolivien besuchen und diese Fahrt mit Sebastian machen. Nach längerem Hin und Her kann Sebastian dem verführerischen finanziellen Reiz nicht widerstehen.

So beginnt nach 20 Filmminuten ein Roadmovie. Der nicht näher spezifizierte Sebastian und der alte Herr Jalil, der an der Niere und an der Prostata leidet. Das verlangt nach vielen Pinkelpausen (dazu kommen für ihn als gläubigen Muslim häufige Gebetspausen) und nach nächtlicher Dialyse, deshalb muss auf dem Dach des Autos ein transportables Dialysegerät in einem großen Kasten mit.

Wer zahlt befiehlt, das Prinzip löst kleinere Streitigkeiten aus. Einmal fährt Sebastian einen Hund an. Jalil will, dass sie sich um ihn kümmern und ihn mitnehmen. Dann nimmt er die pummelige, junge Irma mit. Sebastian passen diese zusätzlichen Gäste gar nicht; er hat Mühe, sich von seiner erogenen Fixiertheit auf sein Auto zu lösen. Aber das Geld machts. Bald wird auch arabische Musik gehört.

Die touristische Ausbeute dieses Trips ist eher gering, die menschliche nicht umwerfend, kurze Infos über die Riten der Mendoza-Muslime in Lateinamerika, sonst keine besonderen Finessen. Francisco Varone kann weder als Autor noch als Regisseur recht vermitteln, was er transportieren will.

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