Stolz und Vorurteil & Zombies

Toast Hawai war in den 50er Jahren eine prickelnde Kreation, um Altbekanntes (Brot, Käse und Schinken) mit Exotischem (Ananas) zu mischen und als aufregend zu servieren.

Eine Art cineastischen Toast Hawai bietet uns jetzt Burr Stearsan. Er nimmt den x-fach verfilmten Jane-Austen-Stoff Stolz und Vorurteil und reichert diesen mit dem Zombie- und zusätzlich dem Shaolin-Kämpfer-Genre an.

Toast Hawai war immer schon Geschmacksache. Und so dürfte es sich auch bei diesem Mix darstellen. Wobei sowohl der Jane-Austen- als auch der Zombie- wie auch der Shaolin-Anteil, wenn wir schon bei der Küche sind, nach gutbürgerlicher Art angerichtet sind, wobei harte, kurze Schnitte den Eindruck starker Würzung und Eleganz zu vermitteln versuchen.

Rittphasen sind immer sehr kurz gehalten. Bei der Kamera dominiert der Schießschartenausschnitt, immer ganz nah an den Köpfen, schmaler, breiter Bildausschnitt, öfter mal noch heftig atmende Brüste darunter. Was zur Folge hat, dass mir das Drehbuch recht unwegsam vorkam und die auf Deutsch übersetzten Verhaspelsätze, die dazu noch viel erklären, was filmisch nicht dargeboten wird, lassen den Synchronehrgeiz in den Vordergrund treten, ja nicht zu stolpern, gefahrenfrei und in der Zeitvorgabe darüber hinwegzukommen; was allerdings ein Element in den Film hineinträgt, der nicht unbedingt im Sinne von Jane Austen sein dürfte; während sie sonst unangetastet bleibt, aber garantiert auch nicht vertieft wird.

Die Bennet-Töchter sind alles ausgebildete Shaolin-Kämpferinnen, was zu ulkigen Bildern führt, wenn sie in Rüschchenwäsche ihr Waffen polieren.

Zombies bedrohen London und tun was sie immer tun, es dürstet sie nach Menschenhirn, sie die Untoten. Gegen die müssen die Helden kämpfen, Mr. Darcy und Mr. Bingley. Entsprechend oft werden die Figuren mit Zombie-Erscheinungen konfrontiert.

Die Liebe, die wird gewinnen. Dann wird der Film definitiv zum Hochzeits- und Heiratsfilm.

Die Musik gibt mit ihrem episch-voluminösen Auftritt und Rauschen zu verstehen, dass sie es ernst meint mit dem Stoff, mit der Austen im Film.

Wobei es kleinere Gags gibt, die der Chose einen Touch von Studentenulk verpassen, die vermeintliche Arnzei, das sind Schmeißfliegen in einem Arzneimittelglas, die Darcy ausschwärmen lässt, um allfällige Zombieverletzungen zu erkunden und wenn sie verstummen, dann sind sie fündig geworden; auch viel Knalleffekt und holzschnittartige Schnitttechnik oder manch ein Schuss aus der Pistole auf Untote, lassen auf diese Haltung schließen. Die eine Tochter wird als gute Partie empfohlen, derweil liest die Bebrillte in einem Buch und gähnt. Wobei die Liebesgeschichten auch eher in Abhaktechnik denn in RomCom-Manier, die sich Zeit für die Gefühle und deren Entstehung lässt, abgehandelt wird.

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