Kommentar zu den Filmstarts vom 2. Juni 2016

Wieder so viele Filme neu im Kino, das ist wie ein Dauerfilmfest und auch heute sind wieder viele schöne dabei.

Mein Favorit sind die Dirty Games von Benjamin Best; vor jeder Übertragung von Sportereignissen am Fernsehen sollte künftig ein 30-Sekunden-Trailer aus diesem Film gesendet werden.

Der Moment der Wahrheit: aufregender Recherchethriller, der elektrisiert ist von der Sprengkraft eines – vermuteten – Körnchens Wahrheit im Heuhaufen der Geschichte; hätte die Beibringung eines höher gestellten „th“s einer bestimmten Schreibmaschine der Geschichte einen andern Drall geben können?

In Everybody Wants Some!! spürt Richard Linklater minutiös dem delikaten Übergang junger Männer vom College zur High-School und zum Baseball nach.

Green Room testet reichlich schön, reichlich amerikanisch und reichlich akademisch unsere Musikidologie anhand eines Horrormotives.

Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen: Auf ihrer sympathischen Suche nach der Nachhaltigkeit müssen diese französischen Idealisten ganz schön viel „fuel“ verbrannt haben.

The other side of the door: Horror auf fein Indisch, eine Mutter, die sich vom toten Kind nicht anständig verabschiedet, die kann was erleben.

Die Buben Mikro und Spirit verhüllen originell in einem romantischen, fahrbaren Holzhäuschen ihre Verpuppung von träumerischen Jungs zu konventionellen Erwachsenen.

Doktor Proktors Zeitbadewanne: Die Norweger haben ihr Pupspulver noch lange nicht verschossen und mit Zeitseife angereichert verlebendigen sie sogar amüsant Historie.

Die beiden deutschen Spielfilm-Neustarts handeln vom Schreiben und verheddern sich darin, leiden unter enormen Drehbuchschwächen – einmal mehr.
Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika: Maria Schrader inszeniert in ihrem Film viel Applaus für Stefan Zweig.
In Agnes hat Johannes Schmid mit seiner Konzentration auf Gediegenheit anstelle der Entscheidung für eine Hauptfigur das Storyneed Schachmatt gesetzt.

Ehrliches Bolzplatzkino mit Stargusto zeigen Russel Crowe und Ryan Gosling in The Nice Guys.

Whiskey Tango Foxtrot: Subalternisierung, die mit greller, sich gegenseitig anstachelnder Lache die katastrophale Lage in Afghanistan zu übertönen versucht und jede Verantwortlichkeit von sich weist.

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