Magische Momente- 75 Meisterwerke der Filmkunst (Filmbuch)

Von Rainer Gansera ist im Schüren-Verlag als Band 11 der Edition Filmdienst dieser höchst persönliche Blick auf 75 magische Momente der Filmgeschichte erschienen.

Es ist, als zeige ein Junge voller Stolz sein Schatzkästchen, aber statt Briefmarken oder Vogelfedern oder Kieselsteinen hat Gansera magische Kinomomente gesammelt. Er zieht einen ins Vertrauen, indem er seine Schätze offenbart. Ein höchste intime Angelegenheit, ein Vertrauen, das er dem Leser entgegenbringt, ihn teilhaben zu lassen.

Sein Schatzkästchen zeigt man nicht jedermann. Und der Leser kommt sich nicht wie bei einer Museumsführung oder Schulstunde belehrt vor, er wird nicht zugedeckelt mit Bewertungen und Besserwisserei. Er wird ins Vertrauen gezogen, schau mal, was ich da gesehen habe, schau mal, was mich berührt hat.

Oft sind es Szenen, die einen auch berührt haben, oder es sind Szenen dabei, die man in ihrer Schönheit übersehen hat, zum Beispiel der Hinweis auf die Augenregie von Petzold mit Nina Hoss bei „Barbara“ oder die winzige Geste eines Festhaltens bei einer Tanzprobe in Frederik Weismans „La Danse – Das Ballett der Pariser Oper“.

Im düstern, depressiven Faust von Alexander Sokurov hat er eine Kostbarkeit an Blicken zwischen Faust und Gretchen als „Dementi der Hölle auf Erden“ bemerkt.

Gansera ist sich nicht zu schön, sich auch vom Publikum die Augen öffnen lassen, zum Beispiel vom spanischen in San Sebastian, wie er am Beispiel von „Vicky Christina Barcelona“ von Woody Allen schreibt.

Gansera doziert nicht, erhebt keine Anspruch recht zu haben, er lässt einen teilhaben. Die Liebe zum Kino, gemeinsam sich der Magie des Zuschauens hingeben.

Pro Film sind es zwei Seiten in je vier Häppchen über den Film, den Regisseur, über den magischen Moment und ein Foto desselben. Er fängt an mit Murnaus Nosferatu und robbt sich vor durch die Filmgeschichte in Jahres- und Mehrjahresprüngen über Fritz Langs Metropolis, Josef von Sternbergs Blauen Engel, Chaplins Moderne Zeiten, Orson Welles Citizen Kane, Helmut Käutners Unter den Brücken, Marcel Carnés Kinder des Olymp, Carol Reeds Der Dritte Mann, Robert Bressons Tagebuch eines Landpfarrers, Kenzo Mizoguchis Das Leben der Frau Oharu, Jacques Tatis Die Ferien des Monsieur Hulot, Roberto Rossellinis Reise in Italien, Ingmar Bergmans Wilde Erdbeeren, Billy Wilders Manche mögens heiß, Federico Fellinis Das Süsse Leben, Jerry Lewis‘ Der verrückte Professor, Michelangelo Antonionis Blow Up, Luchino Viscontis Ludwig II., Martin Scorseses Taxi Driver, Carlos Sauras Carmen, Loui Malles Eine Komödie im Mai, Werner Schroeters Malina, Richard Linklaters Slacker, Julio Medems Die Liebenden des Polarkreises, Steve McQueens Hunger bis zu Christian Petzolds Barbara und dazwischen 47 weitere Preziosen aus der Filmgeschichte, zu genießen wie Pralinen, öfter mal eine naschen.
Link zum Verlag.

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